Landesregierung hält Cattenom für ein Sicherheitsrisiko

Landesregierung hält Cattenom für ein Sicherheitsrisiko

Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad sieht in dem Kernkraftwerk Cattenom ein Sicherheitsrisiko. Allein in diesem Jahr gab es in der französischen Atomanlage unweit des Kreises Trier-Saarburg acht Störfälle. Immer wieder mussten Reaktoren abgeschaltet werden.

(wie) Was ist los im Kernkraftwerk Cattenom? Nicht nur Atomgegner schauen besorgt über die nahe Grenze nach Frankreich. In der seit 24 Jahren laufenden Anlage an der lothringischen Mosel gab es allein in diesem Jahr bereits acht Zwischenfälle. Seit Anfang 2009 war die Stromproduktion in dem Kraftwerk für mehr als sechs Monate gedrosselt, weil immer wieder einer der vier Reaktoren abgeschaltet werden musste.

Im März dieses Jahres kam es innerhalb kurzer Zeit gleich zu zwei automatischen Schnellabschaltungen eines Reaktorblockes. Zwei Monate später musste der dritte Reaktorblock nach einem Ausfall eines Stromgenerators vom Netz. Kurz nachdem der Reaktor Mitte Juli wieder Strom produzierte, fiel er wieder für mehrere Tage aus. Rheinland-Pfalz gehe jeder Störung in Cattenom nach, sagt die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad. „Cattenom ist ein Sicherheitsrisiko an der Grenze“, so die SPD-Politikerin gegenüber unserer Zeitung. Das Land habe sich immer für höhere Sicherheitsstandards eingesetzt.

Die Sicherheit des lothringischen Atomkraftwerks beschäftigt auch den Bundestag. Die Bitburger Grünen-Bundestagsabgeordnete Ulrike Höfken hat mit Fraktionskollegen eine Anfrage an die Bundesregierung gestellt, in der sie wissen will, ob die Regierung über die jüngsten Zwischenfälle informiert ist und welche Sicherheitsvorkehrungen es für die Bevölkerung gibt.

Nicht nur gegen Cattenom wächst der Widerstand. Heute soll bundesweit gegen längere Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke protestiert werden. Auch in Trier sind eine Aktion auf dem Kornmarkt und eine Demonstration geplant.