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Energie
Trier-Saarburger Landrat wusste vorzeitig von Deal

13.03.2018, Nordrhein-Westfalen, Essen: Pressemappen liegen bei einer gemeinsamen Pressekonferenz von RWE und EON auf den Tischen. (zu dpa "RWE und Eon wollen Einzelheiten zu Innogy-Deal erläutern" vom 13.03.2018) Foto: Rolf Vennenbernd/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
13.03.2018, Nordrhein-Westfalen, Essen: Pressemappen liegen bei einer gemeinsamen Pressekonferenz von RWE und EON auf den Tischen. (zu dpa "RWE und Eon wollen Einzelheiten zu Innogy-Deal erläutern" vom 13.03.2018) Foto: Rolf Vennenbernd/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ FOTO: Rolf Vennenbernd / dpa
Trier. () Als am Sonntag erste Details über die Übernahme von Innogy, der Tochter des Essener Energiekonzerns RWE, durch den bisherigen Konkurrenten Eon durchsickerten, war der Trier-Saarburger Landrat Günther Schartz (CDU) schon längst über den spektakulären Deal informiert.

Schartz sitzt seit Jahren im Aufsichtsrat von RWE. Er sei, wie die 19 weiteren Mitglieder des Gremiums, schon vor der Bekanntgabe der Übernahme offiziell informiert worden, sagt Schartz im Gespräch mit unserer Zeitung. Alle wurden am zum Stillschweigen verdonnert. Am Montag kam der RWE-Aufsichtsrat dann zusammen und stimmte zu, dass Innogy komplett an Eon geht und der Essener Energiekonzern zu 17 Prozent an Eon beteiligt wird. Dadurch, so Schartz würde RWE gestärkt. Die Zuständigkeit für die Stromnetze ginge damit an den Netzbetreiber Eon. Schartz sieht auch einen Vorteil in der „deutschen Lösung“, „die allemal besser als der Einstieg ausländischer Investoren in diesen sensiblen Markt der Grundversorgung“ sei. Ohne die Übernahme wären die Aktien von RWE in den Keller gegangen, ist Schartz überzeugt. Und das wiederum hätte viele Kommunen getroffen, die an dem Konzern beteiligt sind. In der Region sind das die vier Landkreise (der TV berichtete). Wäre die Dividende der Aktien zurückgegangen, hätten die Kommunen weniger Geld aus den Ausschüttungen kassiert. Neben dem finanziellen Aspekt sieht Schartz auch die Versorgungssicherheit der Bürger und der Wirtschaft gewährleistet. Und damit schaffe man sich dauerhaft eine größere Unabhängigkeit etwa vom in Cattenom produzierten Atomstrom, sagt Schartz.