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Lehrer fordern: Keine verkürzten Sommerferien

Kostenpflichtiger Inhalt: Coronavirus : Lehrer fordern: Keine verkürzten Sommerferien (Update)

Lehrer in Rheinland-Pfalz sind dagegen, dass die Sommerferien verkürzt werden. Weil derzeit auf unbestimmte Zeit kein regulärer Unterricht stattfindet, hat es vereinzelt die Forderung gegeben, die sechswöchigen Ferien zu kürzen. Aber wäre das sinnvoll?

„Kinder brauchen die Ferien.“ Das sagt der Bundesvorsitzende des Lehrerverbandes VBE, Udo Beckmann. Schüler und Lehrer arbeiteten in normalen Zeiten schon am Limit und seien gerade besonders gefordert. Er wendet sich damit gegen vereinzelte Forderungen, die Sommerferien zu verkürzen, um so möglicherweise aufgrund der Schulschließungen nicht behandelten Unterrichtsstoff nachholen zu können. Noch ist unklar, wann der reguläre Unterricht wieder starten wird.

Das rheinland-pfälzische Bildungsministerium hat die Schulen im Land auf zwei Szenarien eingestellt: Schulstart am 4. Mai oder aber deutlich später bis hin zur fortdauernden Schulschließung bis zu den Sommerferien. Aus vielerlei Gründen seien kürzere Sommerferien keine Option, sagt Beckmann. Rückmeldungen der Eltern zeigten, dass , die Ferien notwendig seien, um sich „von der Situation des zu-Hause-Lernens freizumachen, sich zu erholen und sich ein Stück weit auch psychisch zu befreien“.

Der Landesvorsitzende des VBE Rheinland-Pfalz, Gerhard Bold, schließt sich Beckmann an: „Wir sind keine Experten für Virologie – daher halten wir uns an die offiziellen Empfehlungen.“ Er appelliert aber an die Landespolitik, die Lehrer frühestmöglich zu informieren und ein Konzept vorzulegen, wie in den kommenden Wochen gehandelt werden soll. „Wir zeigen großes Verständnis für die für uns alle außergewöhnliche Situation.“ Inzwischen sollte, so Bold, sich das Ministerium „gedanklich sortiert und im Austausch mit den anderen Ländern eine gemeinsame und gute Lösung für die Zeit nach den Osterferien gefunden haben“.

Der Landeselternsprecher Reiner Schladweiler spricht sich für eine „wohlwollende“ Benotung der eigenständig erbrachten Leistungen der Schüler aus. Lehrer sollten den pädagogischen Spielraum „im Rahmen des Vertretbaren möglichst positiv“ nutzen. Selbständiges Lerne könne man aber vor allem Schülern in höheren Klassen, in der Oberstufe und in der Berufsausbildung verlangen. „Hier sollte zuerst die Versicherung eingefordert werden, dass die Leistung selbständig und nur mit den angegebenen Hilfsmitteln erbracht wurde. Außerdem sollte die Möglichkeit mündlicher Ergänzungsprüfungen bestehen, um die tatsächliche Beherrschung der Inhalte verifizieren zu können“, sagt Schladweiler. Da für Grundschüler allerdings ein annähernd selbständiges Lernen kaum möglich sei, sei für diese eine Benotung kaum möglich.

„Warum nicht eine gute Note erteilen, wenn ein Kind erkennbar fleißig war?“ fragt die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Anke Beilstein. Die Schüler, die daheim an ihren Aufgaben arbeiteten, „wollen irgendwann bestimmt auch eine Bewertung für die von ihnen erledigten Aufgaben erfahren“. Im Bildungsministerium müsse auch eine Leitlinie bei den Benotungen für die Zeit bis zu den Sommerferien entwickelt werden, so Beilstein.