1. Region

Lieferengpässe bei FFP2-Masken sorgen für Frust und Ärger

Pandemie : Anstehen für den Corona-Schutz: Alle wollen die kostenlosen Masken

Lieferengpässe und zu kurzfristige Ankündigung durch die Bundesregierung sorgen für Frust und Ärger. Apotheker müssen sich selbst um Nachschub kümmern.

Franca Giesen-Seis ist sauer. Und daraus macht sie keinen Hehl. „Wir bitten, davon abzusehen, uns zu beleidigen, nur weil wir Versprechungen der Regierung nicht in drei Tagen umsetzen können“, postet sie auf der Facebook-Seite ihrer Apotheke, der Eifel-Apotheke in Bitburg. Was sie so verärgert, ist die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vergangene Woche verkündete Verteilung von kostenlosen FFP2-Masken für Menschen ab 60 Jahren und Risikopatienten – fünf Tage vor der geplanten Ausgabe der Masken.

Anders als man nun erwarten könnte, hat aber nicht der Bund aus einem Zentrallager die Apotheken mit den Masken versorgt. „Die Bestände des Bundes werden an anderer Stelle eingesetzt, nicht aber in der Versorgung, die jetzt durch die Apotheken zu leisten ist. Hier ist jede Apotheke gezwungen, sich die entsprechende Ware auf dem freien Markt zu besorgen. Eine Unterstützung bei der Logistik gibt es durch den Bund in keinster Weise“, stellt Frank Eickmann, Sprecher des Apothekerverbandes Rheinland-Pfalz klar.

Sie habe bereits vor dem Wochenende bei verschiedenen Herstellern Masken geordert, berichtet Giesen-Seis. Am Montag sei auch eine Lieferung per Paketdienst angekommen, doch diese 500 Masken seien direkt am Dienstag schon weg gewesen. Und nun: „Warten, warten, warten“ auf die nächste Lieferung, die eigentlich längst angekommen sein soll. Ähnliches berichtet auch Michael Stöck, Inhaber der Marien-Apotheke in Bernkastel-Kues.

Es gehöre schon etwas Glück dazu, in so kurzer Zeit einen Lieferanten zu finden, der schnell, in ausreichender Menge und entsprechender Qualität Masken liefern könne. Es sei ihm schließlich gelungen. Am Dienstagnachmittag sei die Bestellung angekommen. Auch ihn ärgert, die Kurzfristigkeit der Ankündigung durch den Gesundheitsminister.  „So etwas wie jetzt habe ich noch nicht erlebt“, schreibt eine Apotheken-Mitarbeiterin auf der Facebook-Seite unserer Zeitung.  Es sei eine „logistische Herausforderung und Höchstleistung“ was die Apotheken im Moment stemmen.

Nicht immer haben die Kunden Verständnis dafür, wenn sie keine Masken mehr erhalten, weil diese bereits vergriffen sind. „Viele haben uns angepampt“, berichtet Apothekerin Giesen-Seis. Wie schwer es ist, an die Masken zu kommen, zeigt sich auch bei einer Umfrage unter Nutzern der Volksfreund-Facebook-Seite. „Unsere Apotheke bekommt sie erst nächste Woche“, schreibt eine Frau, „Gestern Morgen zu meiner Stammapotheke gefahren. Können wir noch nicht rausgeben. Heute Morgen hingefahren, keine mehr da“, berichtet ein Mann. Ein anderer schreibt: „Gestern drei Apotheken abgefahren. Zwei hatten die Masken noch nicht da und die letzte Apotheke gab die Masken nur an Stammkunden ab.“ Andere wiederum schildern, dass sie ohne Probleme die Masken bekommen hätten.

Der Apothekerverband bittet die  Kunden, die Anspruch auf die Masken haben, um Verständnis. In der Vorweihnachtszeit sei ohnehin schon immer ein hohes Kundenaufkommen zu verzeichnen, weil sich viele Menschen bis ins neue Jahr hinein mit Medikamenten bevorraten müssen. Der verhängte Lockdown verschärfe diese Situation zusätzlich. Die Schließungen der Schulen und Kindergärten mit der Notwendigkeit der stärkeren elterlichen Präsenz zu Hause dünnen dabei die Teams zusätzlich aus.

Bis 6. Januar können die Masken in den Apotheken abgeholt werden. Daher sei keine Eile geboten, sagt Apotheker Stöck. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte gestern im Bundestag, das Angebot werde gut angenommen und funktioniere auch bis auf Ausnahmen.

Sie kündigte aber an, dass weitere Masken an die Angehörigen der Risikogruppen ab Januar womöglich direkt geschickt werden.