1. Region

Lieferengpass bei Heizöl: Die Nachfrage ist zu groß

Lieferengpass : Die Nachfrage nach Heizöl ist zu groß

Weil alle gleichzeitig bestellt haben, kommen Betriebe nicht hinterher. Viele Tanks sind leer.

Viele Kunden hätten „gepokert bis zum Gehtnichtmehr“, sagen Heizöllieferanten – und in der Hoffnung auf niedrigere Preise gewartet, bis ihr Tank fast leer war. Mit Schreck stellen Hausbesitzer nun fest, dass es derzeit vier bis sechs Wochen dauert, ehe das heiß begehrte Heißöl geliefert werden kann. Denn wegen der Flut der Bestellungen, die seit Mitte Dezember 2018 eingegangen sind, kommen die Lieferanten trotz der Sonderschichten, die viele Betriebe aktuell samstags drehen, kaum hinterher. „Ich mache das schon seit 30 Jahren, aber so was wie dieses Jahr habe ich noch nie erlebt“, sagt Markus Müller von der Firma Breit in Pölert.

In den vergangenen Wochen hätten zwei Dutzend Menschen bei ihm angerufen, weil sie gar kein Heizöl mehr im Tank hatten und der Betrieb, der sie üblicherweise beliefert, nicht helfen konnte. „Wir konnten ihnen dann auch nicht immer helfen“, sagt Müller. Seit Wochen werden jeden Tag Tausende Liter Heizöl mehr bestellt, als die Fahrer ausliefern können.

Alleine im Raum Trier stehen nach Auskunft von Klaus Diwo von Schuster & Sohn aktuell 60 Tanks leer. Viel mehr als üblich. „Wir geben alles, wir schaffen vieles, aber nicht alles klappt nach Kundenwunsch“, sagt er. Die meisten Betriebe schieben Notfälle dazwischen. Mit der Folge, dass sich die regulären Bestellungen weiter hinauszögern, bis auch sie womöglich zu Notfällen werden. Sind die meisten Tanks nach einem extremen Jahr 2018, in dem wegen der hohen Preise kaum jemand Heizöl bestellte, doch ziemlich leer.

Das Ganze ist eine Spätfolge der ausdauernden Hitze und Dürre, die den Rheinpegel im Herbst 2018 so sehr sinken ließen, dass nur noch ein Bruchteil des üblichen Heizöls von Rotterdam Richtung Deutschland transportiert werden konnte. Wegen dieses Engpasses kletterten die Preise zwischen August und Ende Oktober von 70 auf mehr als 90 Euro je Hundert Liter.

Im November warteten die meisten Kunden ab und beobachteten, wie der Rheinpegel stieg, während die Preise fielen. Ab Mitte Dezember sanken die Preise unter 70 Euro und die Verbraucher schlugen zu. „Wenn alle gleichzeitig bestellen, ist man schnell am Ende“, sagt ein Eifeler Heizölhändler, der seine Kunden üblicherweise in ein bis zwei Wochen beliefern kann und derzeit vier bis sechs Wochen dafür benötigt.

Wie viele seiner Kollegen muss er sich derzeit öfter mal „Frechheiten am Telefon anhören“. Zeigen viele Käufer, die es gewohnt seien, online bestellte Ware innerhalb eines Tages zu bekommen, doch kein Verständnis für die langen Lieferzeiten. „Dabei verschulden sie es selbst“, sagt ein Händler aus dem Raum Trier. Beim Auto schaue man ja schließlich auch auf die Tanknadel und steuere rechtzeitig eine Tankstelle an.