Luxemburg sauer: Trierer Weststrecke muss schneller reaktiviert werden

Nahverkehr : Luxemburg sauer: Trierer Weststrecke muss schneller reaktiviert werden

Luxemburg ist sauer, dass auf der Trierer Weststrecke erst 2024 grenzüberschreitende Nahverkehrszüge rollen sollen. Er hätte sich gewünscht, dass dies wie zunächst geplant bereits in diesem Jahr reaktiviert werde, sagte der luxemburgische Verkehrsminister volksfreund.de

Frühestens 2024 sollen auf der Strecke Züge am Trierer Hauptbahnhof vorbei nach Luxemburg fahren (der TV berichtete). Die Strecke, auf der derzeit überwiegend Güterzüge rollen, müsse so schnell wie möglich reaktiviert werden, sagt Bausch. Eigentlich sollte dies ab Ende dieses Jahres der Fall sein. Wegen Problemen bei den Haltepunkten verzögert sich das jedoch. Luxemburg habe sich an die Vereinbarung gehalten, neue Züge für die Strecke anzuschaffen. Diese stünden bereit und würden ab Dezember dann auf der bisherigen Strecke zum Trierer Hauptbahnhof eingesetzt werden, was aber für Pendler keinen Zeitgewinn bringe. Bausch verweist dabei auch auf die acht Millionen Euro, mit denen sich sein Land am zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke auf deutscher Seite bei Igel (Trier-Saarburg) beteiligt habe, auch im Hinblick auf eine Ausweitung des Zugverkehrs.

Die Trierer Weststrecke ist ein nicht unwesentlicher Bestandteil bei der Absicht Luxemburgs, den Nahverkehr deutlich auszubauen und Pendler zum Umsteigen vom Auto zu bewegen. Das sieht auch die rheinland-pfälzische Landesregierung so, wie aus einer Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Anfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Arnold Schmidt hervorgeht. Darin heißt es auch, dass derzeit Gespräche mit Luxemburg geführt werden, um „abgestimmte Lösungen für grenzüberschreitende Tarife“ zu finden, wenn ab März 2020 der Nahverkehr in Luxemburg kostenlos werde. Noch gebe es aber keine konkreten Preise für die grenzüberschreitenden Pendler-Tickets.

Denn klar ist: Auch wenn Luxemburg den Nahverkehr kostenlos macht, müssen Pendler in Bus und Bahn bis zur Grenze weiter zahlen. Darauf wies Bausch in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage hin. Der Preis der Monats- und Jahreskarte setze sich aus Anteilen beider Länder zusammen, sagt Bausch, und weist daraufhin, dass der Anteil der luxemburgischen Seite kleiner ist als etwa der deutschen oder französischen Seite. Auch wenn die genauen Preise, die Pendler künftig für Zugtickets zahlen müssen, noch nicht feststünden, sollen diese aber auf jeden Fall nach unten gehen, so Bausch. Das gelte auch für die grenzüberschreitenden Busse. Er könne den Nachbarländern nicht vorschreiben, auch ihren Nahverkehr kostenlos zu machen, sagte der Minister unserer Zeitung. Aber er wünsche sich das schon für die Luxemburg-Pendler in der gesamten Großregion.

Bausch sieht den Gratis-Nahverkehr als zusätzliche Maßnahme, als „Kirsche auf dem Kuchen“, das Angebot an Bussen und Bahnen in Luxemburg zu verbessern. So soll es bis Ende 2021 zusätzliche Busse geben, von den Grenzorten Echternach und Remich soll es Expressbusse bis nach Luxemburg-Stadt geben. Damit Busse schneller durchkommen, soll es auf der Autobahn von Wasserbillig bis in die Hauptstadt Busspuren geben, die von Fahrgemeinschaften genutzt werden können. Um Autofahrer zum Umsteigen auf Bus und Bahn zu bewegen, sollen grenznah P&R-Plätze ausgebaut werden. Luxemburg sei auch bereit, sich am Bau solcher Plätze auf deutscher Seite zu beteiligen, sagte Bausch. So wie sich das Land auch an der Verbesserung grenzüberschreitender Buslinien beteilige.

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