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Luxemburg und Deutschland wollen mit Satellit gemeinsam ins Weltall

Verteidigung und Raumfahrt : Luxemburg und Deutschland wollen gemeinsam ins Weltall

Luxemburg und Deutschland haben ein Abkommen für gemeinsame Projekte im Weltall geschlossen. Unter anderem geht es um einen Beobachtungssatelliten. Wir sagen, was genau dahinter steckt.

Der luxemburgische Verteidigungsminister François Bausch wurde am Montag in Berlin mit allen militärischen Ehren von seiner deutschen Amtskollegin Annegret Kramp-Karrenbauer empfangen. Bei dem Treffen ging es laut Mitteilung des luxemburgischen Verteidigungsministeriums um die Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik in der EU. Auch die militärische Zusammenarbeit von Deutschland und Luxemburg wurde dabei erörtert.  Die beiden Minister unterzeichneten eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit in der Raumfahrt.  Luxemburg und Deutschland wollen unter anderem gemeinsame Projekte im Bereich der Satelliten-Beobachtung voranbringen. Dabei geht es unter anderem um das  LuxeosSys-Programm, das luxemburgische Satellitenbeobachtungssystem.

Satelliten-Projekt ist in Luxemburg umstritten

Es handelt sich um ein in Luxemburg umstrittenes Projekt. Im Rahmen seiner Nato-Verpflichtungen sagte das Großherzogtum zu, einen Erdbeobachtungssatelliten anzuschaffen. Die ursprünglich veranschlagten Kosten von 170 Millionen Euro sind mittlerweile auf über 180 Millionen Euro gestiegen. Bei der parlamentarischen Aufarbeitung kam heraus, dass das luxemburgische Militär gar nicht in die Planungen des LuxeosSys-Projektes eingebunden war. Gesteuert werden soll der Satellit von einer Station auf dem luxemburgischen Flughafen Findel. 
Bausch und seine deutsche Amtskollegin vereinbarten in Berlin neben einer Zusammenarbeit bei der Weltraumüberwachung auch Kooperation bei der Satellitenkommunikation (in Luxemburg befindet sich mit SES Astra einer der weltweit größten Satellitenbetreiber) sowie bei der Forschung und Entwicklung in der Weltraumtechnologie.

Deutschland und Luxemburg wollen bei Verteidigung den Klimaschutz berücksichtigen

François Bausch und Annegret Kramp-Karrenbauer haben sich auch über die Herausforderungen beim Klimaschutz verständigt.  „Deutschland und Luxemburg sind sich der Folgen des Klimawandels auf die weltweite Sicherheitslage bewusst. Ein Umdenken über traditionelle Sicherheitskonzepte ist unumgänglich und berücksichtigt deren Auswirkungen“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung der Minister. Sie waren sich einig, dass bei den für die Verteidigung eingesetzten Technologien  die Treibhausgasemissionen berücksichtigt werden müssen. Dazu sollen  Investitionen in die Forschung und Entwicklung von Kraftstoffen und Systemen erfolgen, die auch auch der zivilen Industrie zugute kommen.