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Luxemburg zum Corona-Risikogebiet erklärt

Corona-Pandemie : Robert-Koch-Institut erklärt Luxemburg zum Corona-Risikogebiet - Das sind die Folgen

Die regionale Wirtschaft kritisiert die Einstufung und warnt vor erneuten Einbußen. Was kommt nun auf Grenzpendler aus der Region zu? Ein erster Überblick.

Das Robert Koch-Institut hat Luxemburg am Freitagabend wieder als Corona-Risikogebiet gelistet, was Folgen für viele Menschen hat, die vom Großherzogtum in die Region Trier fahren. „Das gesamte Land gilt als Risikogebiet“, schrieb das RKI auf der Homepage über Luxemburg.

Zuvor hatte schon das Außenministerium des Großherzogtums die Einstufung unter Verweis auf „eine diplomatische Quelle“ mitgeteilt. Luxemburg werde sich jetzt darauf konzentrieren, gemeinsam mit den angrenzenden Bundesländern die Auswirkungen dieser erneuten Einstufung auf die Bevölkerung einzugrenzen, teilte das Großherzogtum mit.

Luxemburg als Risikogebiet heißt: Jeder aus dem Großherzogtum Einreisende muss einen negativen Corona-Test vorlegen oder sich in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Ausgenommen von der Quarantänepflicht waren bei Reisen aus einem Risikogebiet bislang Pendler im so genannten kleinen Grenzverkehr zu Luxemburg. Wer sich kürzer als 72 Stunden in dem Großherzogtum aufhält oder einen triftigen Reisegrund hat, muss sich weder testen lassen noch in Quarantäne – das gilt beispielsweise für Pendler, Tanktouristen, bei dringenden medizinischen Behandlungen, bei Menschen, die Angehörige im Nachbarstaat pflegen oder deren Lebenspartner in Luxemburg wohnt.

Vor drastischen Folgen warnt die regionale Wirtschaft. Die Zahl an Luxemburger Kunden, die in der Region einkaufen, dürfte nun nämlich in den Innenstädten des Raums Trier deutlich sinken. Jan Glockauer, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier, teilte am Abend in einer Mitteilung mit: „Die erneute Einstufung Luxemburgs hat weitreichende Folgen für die Wirtschaft in der Region und sendet erneut ein schlechtes Signal an unsere europäischen Nachbarn.“

Glockauer warnte auch davor, die Regelung für Reisende aus Risikogebieten zu verändern. Bund und Länder hatten sich eigentlich darauf verständigt, die Quarantäne-Regeln für Einreisende aus Risikogebieten ab 1. Oktober zu ändern. Von da an sollte ein negativer Corona-Test nicht mehr ausreichen, um einreisen zu dürfen. Alle, die aus Risikogebieten nach Deutschland kommen, sollen sich künftig zunächst fünf Tage in Quarantäne begeben. Diese kann nur durch einen negativen Test beendet werden. Laut eines Berichts der Bild-Zeitung verzögert sich das Vorhaben aber um einen Monat. Grund dafür soll sein, dass die Gesundheitsämter technisch dazu in die Lage versetzt werden sollen, Rückkehrer aus Risikogebieten nachzuverfolgen.

Glockauer warnt: „Tritt die geplante Änderung der Quarantänereglung für Reisende aus Risikogebieten in Kraft, führt das zu einer faktischen Grenzschließung. Einkäufe werden dadurch auf unabsehbare Zeit unmöglich. Das ist ein weiterer herber Schlag für die Wirtschaft und das gesellschaftliche Zusammenleben in der Großregion. Die nun getroffenen Maßnahmen müssen daher täglich überprüft und mit Augenmaß angepasst werden“, sagte Glockauer. Kein Staatshaushalt und kein Förderprogramm könne den bereits entstandenen und weiter zu erwartenden Schaden kompensieren.

Das RKI hat am Freitagabend neben Luxemburg auch Tschechien und Tirol zu Risikogebieten erklärt. Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn wies laut Mitteilung darauf hin, dass die Infektionszahlen in Luxemburg seit Tagen wieder rückläufig seien und die Reproduktionsrate mittlerweile auf 0,95 gesunken sei.

Hier finden Sie die aktualisierte Liste der Corona-Risikogebiete vom Robert Koch-Insitut.