100 Häuser nach Tornado unbewohnt: Luxemburgs Regierung bietet Finanzhilfe.

Unwetter : Bettel kündigt finanzielle Hilfen für Geschädigte an

100 Häuser sind nach dem Tornado unbewohnt: Die Bilanz stellt auch die luxemburgische Regierung vor neue Herausforderungen.

() Die Regierung hat am Samstagabend beschlossen, dass sie den vom Tornado im Südwesten des Landes Betroffenen mit finanziellen Hilfen unter die Arme greift. Das gilt sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen.

„Wir sind bereit, unsere Verantwortung zu übernehmen“, sagte Premierminister Xavier Bettel (DP) am Samstagabend bei einer Pressekonferenz. Am Nachmittag hatte er gemeinsam mit Innenministerin Taina Bofferding und Großherzog Henri die Betroffenen besucht, nachdem ein Tornado vor allem in den Orten Käerjeng (Niederkerschen), Petingen und Bascharage eine Schneise der Zerstörung hinterlassen hatte. „Das ist eine Situation, die man sich nicht vorstellen kann“, sagte er.

Die Regierung hat deshalb beschlossen, den Betroffenen mit finanziellen Hilfen unter die Arme zu greifen. Privatpersonen finden auf der Internetseite des Familienministeriums und des Wohnungsbauministeriums entsprechende Formulare. Betriebe finden die Formulare auf der Seite des Wirtschaftsministeriums. Die Gemeinden werden ihrerseits Geld von der Regierung erhalten, um die notwendigen Studien über den Zustand der Gebäude durchzuführen.

Premier Bettel sagte, die Regierung könne die Versicherungsgesellschaften nicht ersetzen, es werde allerdings „niemand im Regen stehen gelassen“. Er habe in Petingen und in Käerjeng „Sachen gesehen, die man nur aus Filmen kennt“.  600 bis 700 Feuerwehrleute, Soldaten, Polizisten und Verwaltungsbeamte sind am Samstag laut dem Premier im Einsatz gewesen. Hinzu kommen „Tausende“ Freiwillige, die ihre Hilfe angeboten haben.

Innenministerin Taina Bofferding erklärte, dass um die 400 Feuerwehrleute und Sanitäter im Einsatz seien. Die Regierung hatte noch am Freitagabend eine Hotline eingerichtet. 380 Personen haben sich gemeldet. Die meisten davon waren Betroffene, unter den Anrufern waren aber auch Freiwillige, die helfen wollten.

Die Aufräumarbeiten werden wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Bis Sonntagabend sollten laut Paul Schroeder, dem Generaldirektor des CGDIS, der Zentralstelle der Einsatzkräfte in Luxemburg, die dringendsten Arbeiten durchgeführt werden. Bis dahin wolle man die 314 Adressen kontrollieren, an denen Schäden gemeldet wurden. „Die Aufräumarbeiten an sich werden allerdings noch länger dauern“, sagt Schroeder.

Die Hotline wird auch weiterhin erreichbar sein. Betroffene können sich dort melden, wenn sie nicht wissen, wo sie die Nacht verbringen können. Bofferding wies auch darauf hin, dass Betroffene anrufen können, wenn sie psychologische Hilfe benötigen. „Dafür braucht man sich nicht zu schämen“, sagt sie. Im Laufe der kommenden Woche werden Info-Veranstaltungen in Petingen und Käerjeng organisiert. Hier sollen die Bürger mehr über die finanziellen Hilfen erfahren, die die Regierung zur Verfügung stellt.

Am Freitagabend hatte ein Tornado im Südwesten Luxemburgs eine Schneise der Zerstörung hinterlassen. Etwa 300 Häuser wurden beschädigt. Um die 100 Häuser sind nicht mehr bewohnbar. 19 Personen wurden verletzt, darunter zwei schwer. Einer dieser beiden Personen, sie hatte einen Herzanfall erlitten, befindet sich noch in kritischem Zustand.

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