Anteil der Ausländer in Luxemburg steigt weiter, vor allem aus dem EU-Ausland.

Bevölkerung : Brexit beschert größten Zuwachs

Der Anteil an Ausländern in Luxemburg ist so hoch wie noch nie. Aktuell liegt er bei 47,5 Prozent. Auffällig ist, dass rund 93 Prozent der Ausländer in Luxemburg aus anderen Staaten der Europäischen Union kommen.

Im Großherzogtum gibt es Menschen vieler Nationalitäten. Inzwischen tummeln sich dort Menschen aus insgesamt 170 Nationen. Das wirkt sich auch auf den Anteil der Ausländer in dem Kleinstaat aus. 47,5 Prozent der Bevölkerung Luxemburgs haben demnach keinen luxemburgischen Pass. Bei 613 894 Einwohnern liegt ihre Zahl damit mittlerweile bei 291 464. Dies hat das Luxemburger Statistikamt Statec in dieser Woche mitgeteilt. Dabei machen die EU-Ausländer aus den übrigen (noch) 27 Staaten der Europäischen Union fast 93 Prozent am Anteil der Ausländer aus.

Wenig verwunderlich ist, dass die größte ausländische Gemeinschaft nach wie vor aus Portugal kommt. 95 516 Portugiesen leben im Großherzogtum, ihr Anteil liegt bei 15,6 Prozent. Es folgen Franzosen mit 7,6 Prozent (Tendenz steigend), Italiener mit 3,7 Prozent (Tendenz sinkend), Belgier mit 3,3 Prozent (vor allem im Grenzraum) und Deutsche mit 2,1 Prozent (Tendenz stabil).

Kamen in der Vergangenheit auch jeweils mehr Portugiesen ins Land als dorthin zurückgewandert sind, so weisen die Franzosen mittlerweile den höchsten Netto-Migrationszuwachs auf. Die Einwanderung von mehr Franzosen nach Luxemburg ist ein relativ neues Phänomen, ihr Alter liegt bei durchschnittlich 34,7 Jahren.

Danach folgen die Italiener und an dritter Stelle erst die Portugiesen. Dagegen gibt es nur bei zwei Bevölkerungsgruppen in Luxemburg einen höheren Anteil an Ausreisen als an Einreisen: die bei den Maltesern und die bei Luxemburgern selbst. Bei letzteren ist die Zahl um 1048 im vergangenen Jahr zurückgegangen. Es gibt jedoch teils erhebliche regionale Unterschiede. Die Hauptstadt Luxemburg hat den höchsten Ausländeranteil mit 59,2 Prozent, während etwa die Gemeinde Wahl im Nordwesten des Großherzogtums nur einen Ausländeranteil von 14,8 Prozent aufweist. In derzeit elf Gemeinden leben mehr Ausländer als Luxemburger, dazu gehören etwa Strassen, Hesperingen, Bartringen, Walferdingen, Esch/Alzette, Larochette/Fels und Differdingen. Weitere Orte mit hohem Ausländeranteil: Düdelingen, Bettemburg, Echternach, Befort, Ettelbrück und Wiltz. Orte mit eher geringem Ausländeranteil sind Hosingen, Tandel, Rosport, Bech und Monnerich.

Grund für den hohen Anteil von Ausländern, vor allem aus den EU-Staaten, im Großherzogtum ist, dass Luxemburgs Wirtschaft und hohe Gehälter nach wie vor Anziehungspunkte für Arbeitskräfte aus dem Ausland sind. Außerdem ist das Großherzogtum Sitz mehrerer europäischer Institutionen, die schließlich Arbeitskräfte aller EU-Mitgliedstaaten beschäftigen.

Auch der Brexit zeigt in der Luxemburger Bevölkerungsstatistik laut dem Statec bereits seine Auswirkungen. So kommt der stärkste Bevölkerungszuwachs in Luxemburg aktuell aus Großbritannien. Auch wenn die 5766 Briten derzeit lediglich die siebtgrößte Bevölkerungsgruppe im Großherzogtum stellen, ist laut dem Statistikamt die Zahl der Einbürgerungen seit dem Brexit-Referendum 2016 „buchstäblich explodiert“. So gibt es vermehrt Anfragen zur Einbürgerung, zwischen 2011 und 2018 ist die Zahl der ex-britischen Neu-Luxemburger um fast 830 Prozent gewachsen. Insgesamt haben zwischen 2009 und 2016 knapp 38 300 Menschen die Luxemburger Staatsangehörigkeit angenommen.

Auch für die Zukunft wagt das Statistikamt Statec bereits einige Prognosen. Zwar macht der Anteil der Luxemburger Bevölkerung an derjenigen in der gesamten EU derzeit nur 0,12 Prozent aus. Im Jahr 2080, so die Schätzungen, könnte sich der Anteil der Luxemburger auf 0,21 Prozent nahezu verdoppelt haben.