Arbeitsmarkt der Großregion profitiert von Dynamik

Arbeitsmarkt der Großregion profitiert von Dynamik

In vielen Jahren gab es in den einzelnen Regionen der Großregionen mit Luxemburg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland klare Gewinner, Lothringen und die Wallonie lagen eher abgeschlagen hinten, was Arbeitsmarkt und Beschäftigung angingen. Nun scheinen sich die Regionen anzunähern.

Trier/Luxemburg/Saarbrücken. Viele Jahre galt das künstliche Gebilde der Großregion eher als wirtschaftliche Zweckgemeinschaft, innerhalb derer die einen Teile mehr profitierten als die anderen. Schaut man sich die jüngsten Datensätze der Arbeitsgemeinschaft für Statistik der Großregion an, so scheinen sich nun die Wallonie, Luxemburg, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Lothringen allmählich in ihren Entwicklungen anzunähern - zumindest am Arbeitsmarkt .
Auch wenn das jeweils unterschiedliche Ursachen hat, so weisen doch alle Teilregionen einen Anstieg von Beschäftigung auf. Nur in Lothringen und im Saarland gingen die Arbeitslosenquoten im vorigen Jahr nach oben.
Eine Besonderheit weist allerdings Luxemburg auf: Während das Großherzogtum seit 2014 zwar seine Arbeitslosenquote senken konnte, hat sich die Zahl der Menschen ohne Job im Langfristtrend seit zehn Jahren mehr als verdoppelt.
Außerdem bleiben Fachkräfte überall gefragt. Und zwar (2015) allein in Lothringen knapp zehn Prozent mehr - und in der Wallonie gar 22 Prozent. Der Hintergrund: Vor allem im belgischen Teil der Großregion hat die Bevölkerungszahl im Zehnjahresvergleich um gut fünf Prozent abgenommen. Eine Region also, in der mehr Menschen sterben als hinzukommen - und aus der zusätzlich Bewohner abwandern.
Auch Lothringen verzeichnet Ursachen für das Problem: Es gibt zunehmend weniger Arbeitnehmer, die gleichzeitig in Lothringen leben und arbeiten, heißt: Während Luxemburg weiterhin und in zunehmend stärkerem Maße von Grenzgängern auf dem heimischen Arbeitsmarkt profitiert (im ersten Quartal 2016 plus drei Prozent), fehlen diese Beschäftigten der französischen Wirtschaft in Lothringen.
Was das Wirtschaftswachstum angeht, so zeigen alle Teilregionen im vergangenen Jahr wenn nicht ein Mini-Wachstum wie in Lothringen so doch eine Zunahme der Aktivitäten. Vor allem Luxemburg hat sich aus der Rezession von 2012 hinausgearbeitet - hin zu einem Wachstum von knapp fünf Prozent.
Lux-Finanzbranche schwächelt


Allerdings wuchs die Wirtschaft im vergangenen Jahr nicht mehr ganz so stark wie in den Vorjahren. Grund laut Arbeitsgemeinschaft für Statistik der Großregion: "Dies ergibt sich hauptsächlich aus der nachlassenden Dynamik im Finanzsektor."
Und das scheint sich auch als Trend für 2016 herauszukristallisieren: Während in Luxemburg Industrie, Baugewerbe und Konsumbranche die Lage überwiegend günstig einschätzen, sind die Aussichten im Dienstleistungssektor, zu dem auch die Finanzbranche gehört, eher schwächer.