1. Region
  2. Luxemburg

Bevölkerung, Grenzgänger, Gehälter: So hat sich Luxemburg verändert.

Luxemburg : Luxemburg in Zahlen: Statistikamt zeigt, wie sich das Land verändert

Wenn das Luxemburger Statistikamt Statec in jedem Jahr seine aktuellen Daten zum Großherzogtum vorlegt, dann ist das einerseits ein riesiges Zahlenwerk. Andererseits zeigen sich dort aber auch Entwicklungen ab, die zum Verständnis für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Dynamik Luxemburgs beitragen.

Beispiel Bevölkerungswachstum: Innerhalb von 30 Jahren ist Luxemburgs Einwohnerzahl um 65 Prozent auf nun  634 700 Menschen gestiegen. Zwar bleiben die Luxemburger selbst mit 335 300 Einwohnern die größte Bevölkerungsgruppe und damit in der Mehrheit. Allerdings gibt es auch 299 400 ausländische Einwohner, darunter 94 300 Portugiesen, 48 500 Franzosen, 23 500 Italiener und 19 600 Belgier. Insgesamt sind 47,2 Prozent der Bevölkerung Ausländer. Ein Anteil, der 1991 bei noch 29,4 Prozent lag.

Angesichts seiner geringen Größe ist das Großherzogtum Luxemburg mit 240 Einwohnern pro Quadratkilometer eines der bevölkerungsreichsten in ganz Europa auf Rang vier. Noch dichter sind nur Malta, die Niederlande und Belgien besiedelt.

Beispiel Arbeitsmarkt: Auch auf dem luxemburgischen Arbeitsmarkt ging es in den vergangenen Jahren steil bergauf: So ist die Beschäftigung im Inland von 264 000 Beschäftigten im Jahr 2000 auf 474 300 im Jahr 2020 gestiegen. Das Wachstum zwingt Unternehmen dazu, Arbeitskräfte in Nachbarländern zu finden. So ist die Zahl der Grenzgänger von 88 100 im Jahr 2000 auf inzwischen 210 400 im Januar 2020 angewachsen. Ein beeindruckendes Wachstum von 138,8 Prozent innerhalb von zwei Jahrzehnten.

Beispiel Gehalt: Auch beim Gehalt lässt sich ein ungewöhnliches Wachstum verzeichnen. So lag das durchschnittlich verfügbare Einkommen pro Haushalt im Jahr 2019 bei 6475 Euro pro Monat. Im Jahr 2003 waren es noch 4181 Euro. Vor der Corona-Pandemie konnte ein Vollzeitbeschäftigter mit einem Jahresdurchschnitt von statistisch errechnet 64 679 Euro pro Jahr im Jahr 2019 rechnen – gegenüber 46 397 Euro im Jahr 2005. Zuletzt lag in der Luxemburger Industrie das Durchschnittsgehalt bei 53 427 Euro gegenüber 40 488 Euro im Jahr 2005. Auf dem Baugewerbe verdienten die Beschäftigten im Schnitt im Jahr 2019 rund 44 000 Euro gegenüber 31 468 Euro 14 Jahre zuvor.

Besonders auffällig ist, dass es knapp 100 000 Beschäftigte in rund 8000 Handwerksbetrieben gibt. Die Branche verzeichnet insgesamt ein Wachstum von 35,8 Prozent innerhalb des vergangenen Jahrzehnts. 2010 waren es nur 73 282 Beschäftigte in rund 5500 Betrieben.

Wermutstropfen der Daten: Gleichzeitig ist die Armutsgefährdungsschwelle stetig gestiegen, von 1289 Euro im Jahr 2003 auf 1818 Euro im Jahr 2019 oder ein Anteil von 17,5 Prozent der Bevölkerung.