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Bundespräsident Gauck und Großherzog Henri besuchen deutsch-luxemburgisches Lyzeum in Perl

Bundespräsident Gauck und Großherzog Henri besuchen deutsch-luxemburgisches Lyzeum in Perl

Während seines dreitägigen Staatsbesuches in Luxemburg machte Bundespräsident Joachim Gauck heute morgen kurz vor seiner Rückreise einen Abstecher über die Grenze. Im saarländischen Perl besuchte er das deutsch-luxemburgische Lyzeum.

Es dürfte nicht alle Tage passieren, dass ein Staatsoberhaupt Hand anlegt an ein Schülerbild. Svenya Noosen und Henna Tihounnen ist genau das passiert. Die beiden 16-Jährigen sind Schülerinnen des deutsch-luxemburgischen Lyzeums im saarländischen Perl. Zusammen mit zwölf anderen Elftklässern haben sie selbst gemalte Bilder zum Thema Zusammenleben an der Grenze im Foyer ihrer Schule gezeigt. Anlass: Der Besuch von Bundespräsident Joachim Gauck und dem Luxemburger Henri an diesem Mittwoch. Dieser hat sich dann mit Pinsel und Farbe in Hennas Bild verewigt.

Es ist ein ungewöhnlicher Staatsbesuch. Denn eigentlich ist Gauck seit drei Tagen zu Besuch in Luxemburg. Doch die 2007 eröffnete Schule ist ein deutsch-luxemburgisches Gemeinschaftsprojekt und hier werde der Europa gelebt und unterrichtet, wie Schulleiter Volker Staudt sichtlich stolz sagt. Von den 820 Schülern sind mehr als die Hälfte Luxemburger, unterrichtet wird auf Deutsch, Luxemburgisch und Französisch.

Daher sind Gauck und das luxemburgische Staatsoberhaupt eigentlich quasi auf exterritorialem Gebiet mitten in Deutschland. Sein Gastgeber sei der Großherzog, betont der Bundespräsident daher. Zu Begrüßung spielt das Schulorchester die luxemburgische Nationalhymne.

Die beiden Staatsoberhäupter nehmen sich viel Zeit für die professionell vorbereiteten Präsentationen etwa aus dem Fach Arbeitslehre, wo Schüler eine hölzerne Brücke nach Plänen von Leonardo da Vinci gebaut haben, die - passend zur Symbolik des Besuchs - die Verbindung zwischen Deutschland und Luxemburg darstellen soll. Der Großherzog zeigt sich beeindruckt von den Luxemburgisc-Kenntnissen der Fünftklässer, die seit ein paar Wochen die Sprache des Nachbarlandes lernen. "Wirklich exzellent", lobt er eine Schülerin.

Die Größeren nehmen das Ganze locker. Wirklich aufgeregt sei er nicht, sagt Schulsprecher Felix Bonne. Aber seit Tage werde der Besuch bereits vorbereitet, sie hätten geprobt, wo sie zu Begrüßung stehen und wann sie klatschen müssten, meint der 16-jährige Luxemburger. Für die 19-jährige Melanie Schons aus Luxemburg findet es aufregend, den deutschen Bundespräsidenten zu sehen. Der wirke so unnahbar, fast schon wie ein Star. Dem Großherzog hingegen sei sie schon öfter in Luxemburg begegnet, letztens beim Käsekaufen im Supermarkt, sagt die Schülerin. Das sei ein Stück Luxemburg mitten in Deutschland, sagt Gauck zum Abschluss des knapp einstündigen Besuches, der mit einem Gruppenbild mit allen Schülern endet. Er habe sich gefühlt wie in einem "wahren Jungbrunnen".

Der Eifeler CDU-Bundestagsabgeordneter Patrick Schnieder war drei Tage mit Bundespräsident Gauck in Luxemburg unterwegs. Beim Gespräch mit Gauck und dem Luxemburger Großherzog Henri habe er die grenzüberschreitende Zusammenarbeit vorgestellt, sagte Schnieder. Gauck sei von dem "Europa im Kleinen" beeindruckt gewesen, so der CDU-Politiker.