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Die Grenzgänger freuen sich über mehr Geld

Die Grenzgänger freuen sich über mehr Geld

Darauf haben die Arbeitnehmer in Luxemburg vergleichsweise lange warten müssen, doch seit Jahresbeginn ist es endlich so weit: Die Löhne, Gehälter und Renten im Großherzogtum steigen um 2,5 Prozent. Möglich wird das durch einen speziellen Mechanismus. Auch die Grenzgänger kommen in den Genuss der Erhöhung.

Luxemburg. Die gute Nachricht hat das Luxemburger Tageblatt natürlich schon frühzeitig vor dem Jahreswechsel überbracht: Erstmals seit langem ist am 1. Januar 2017 wieder einmal eine sogenannte Indextranche fällig geworden. Demnach werden die Löhne und Gehälter der in Luxemburg beschäftigten Arbeitnehmer generell um 2,5 Prozent angehoben. Das betrifft natürlich auch Zehntausende Grenzgänger, die aus Deutschland, Frankreich und Belgien ins Großherzogtum zur Arbeit pendeln. Neben Gehältern und Löhnen werden außerdem die Renten entsprechend angehoben. Die bis dato letzte "Indexierung", wie dieses Luxemburger Modell der automatischen Lohnanpassung (siehe Extra) auch genannt wird, war im Oktober 2013 erfolgt. Seitdem hatten jedoch besonders die niedrigen Ölpreise die Inflation niedrig gehalten. Die wiederum ist ein wichtiger Faktor bei der "Indexierung" und verhinderte aufgrund ihres Tiefstands immer wieder die Auszahlung weiterer Tranchen.Ab sofort mehr Kaufkraft


Der Index ist ein in Luxemburg gesetzlich verankerter Mechanismus, der die Löhne, Gehälter und Renten an die Preiserhöhungen anpassen und damit zum Erhalt der Kaufkraft beitragen soll.
Das nationale Statistikamt Statec (Institut national de la statistique et des études économiques du Grand-Duché du Luxembourg) ermittelt jeden Monat anhand eines festgelegten Warenkorbs, der mehr als 250 Waren und über 7000 Preise enthält, die durchschnittliche Preiserhöhung im Land. Erst wenn die ihre Obergrenze erreicht, wird die automatische Lohn- und Gehaltserhöhung in Gang gesetzt.
So sehr sich die luxemburgischen Rentner und Arbeitnehmer über mehr Geld freuen können: Das Ganze hat auch eine Kehrseite. So werden durch die fällige Indextranche auch zahlreiche Preise steigen. Die Honorare der Ärzte werden zum Beispiel vom bisherigen Richtwert 38,60 Euro auf 43,70 Euro erhöht, wie die staatliche Gesundheitskasse mitteilte. Bei Zahnärzten steigen die Preise auf 31,70 Euro je Sprechstunde. Hier wird die Summe allerdings vollständig von der CNS übernommen. Von diesen Preissteigerungen bleiben Grenzgänger, die nur in Luxemburg arbeiten, ihr Geld aber nicht auch dort ausgeben, natürlich verschont. Aber nur so lange, bis auch in ihrem Wohnumfeld die Preise steigen. red/tgbl