Die Kunst der Balance

IM JAHRES-PROGRAMMHEFT trägt der Abend von und mit Eugénie Rebetez den Stempel "One Woman Show". Eingeordnet ist er beim Tanz-Theater.

Aber die Schweizerin singt auch, macht schräge Comedy, spielt Rollen, produziert Geräusche. Eine Tänzerin eher walkürenhaften Zuschnitts, die locker einen Spagat auf die Bühne legt und den wichtigsten Kleinkunstpreis ihres Heimatlandes abgeräumt hat. Auf die kürzestmögliche Formulierung gebracht: Eugénie Rebetez ist anders. Völlig anders. 2011 riss sie das Luxemburger Publikum mit ihrem Programm "Gina" hin, am 4. Februar kommt sie nun mit "Encore". Sieben Hip-Hop-Tänzer im Märchenwald zwischen Schneewittchen, König Blaubart, den drei kleinen Schweinchen und Dornröschen: In diese ungewöhnliche Welt entführt die italienische Choreographin Laura Scozzi das Publikum am 20. und 21. März. Zwei internationale Tanz-Größen und ein musikalisches Meisterwerk: Diesen Leckerbissen serviert das Grand Théâtre am 22. März. Anne Teresa de Keersmaeker und Boris Charmatz haben sich zusammengetan, um Bachs Partita Nr. 2 in Bewegung zu verwandeln. Die Musik wird live eingespielt von der Geigerin Amandine Beyer. Kubas wichtigste Theater-Company "Danza Contemporánea" gastiert am 22. und 23. April mit drei Choreographien, die die Hitze und Leidenschaft der Karibikinsel auf die Bühne bringen, ohne dabei in Kuba-Klischees zu verfallen. Auf die Spuren der Malerin Frida Kahlo begeben sich die Tänzerin Sylvia Camarda und die Sängerin Sascha Ley am 6. und 12. Mai. Mit einem breiten Arsenal künstlerischer Ausdrucksformen tauchen sie in die Welt der mexikanischen Surrealistin ein. Für die Austattung der Luxemburger Eigenproduktion zeichnet die Triererin Ulli Kremer verantwortlich. Die schwedische Choreographen-Legende Mats Ek ist dafür bekannt, die Dinge gerne aus einer neuen Perspektive zu entdecken. Nur konsequent, dass Tschaikowskis großes Ballett bei ihm "Julia und Romeo" heißt. Das Royal Swedish Ballet zeigt Eks Sicht auf Shakespeares Klassiker in üppiger Besetzung mit 31 Tänzerinnen und Tänzern am 22. und 23. Mai. Und noch eine Luxemburger Eigenproduktion: Jean-Guillaume Weis fügt seiner erfolgreichen Produktion "MännerTanz" mit dem neuen Stück "FrauenTanz" den männlichen Blick auf die Motivation hinzu, mit der Frauen ihr Leben tanzen. Zu sehen am 2. und 4. Juni. Weitere Produktionen:Cynthia Loemij und Mark Lorimer: "Dancesmith", 1. März.José Montalvo und Patrice Thibaud: "Don Quichotte du Trocadéro", 2. und 3. April. Colin Dunne: "Out of time", 13. und 14. Mai. Sidi Larbi Cherkaoui: "Milonga", 5. und 6. Juni.Fumiyo Ikeda & Un Yamada: Titel noch unbekannt, 17. Juni. Lemi Ponifasio: The Crimson House, 19. und 20. Juni. Koen Augustijnen und Dalisa Pigram: Gudirr, Gudirr, 25. Juni. DiL

Mehr von Volksfreund