Die Luxemburger sterben nicht aus

Die Luxemburger sterben nicht aus

Seit Inkrafttreten des Gesetzes zur doppelten Staatsbürgerschaft 2008 haben sich rund 26 000 Menschen dazu entschlossen, die luxemburgische Nationalität anzunehmen. Dies geht aus der aktuell veröffentlichten Studie des Statistikamts Statec hervor.

Luxemburg. Wer glaubt, es gäbe immer weniger Luxemburger, der irrt. Seit Luxemburg 2008 die doppelte Staatsbürgerschaft anerkennt, steigt die Zahl der Einbürgerungen.
Während zahlenmäßig am meisten Portugiesen, Belgier, Franzosen, Italiener und Deutsche zu Luxemburgern werden, sind es prozentual Angehörige aus Ex-Jugoslawien, die am häufigsten einen luxemburgischen Pass erwerben. Aus einer Statec-Studie geht hervor, dass es zwischen 2009 und 2014 einen regelrechten "Boom" an freiwilligen Einbürgerungen in Luxemburg gab. Der Nationalitätserwerb vervierfachte sich.
Regelrechter Boom


Vor allem stieg die Zahl der nicht in Luxemburg Ansässigen, die die Staatsangehörigkeit beantragten. Die Anträge der Ansässigen hingegen blieben über die Jahre relativ konstant.
Viele Personen, die eingebürgert wurden, leben nicht unbedingt in Luxemburg, sondern sind in Luxemburg geboren oder haben neben der regulären Einbürgerung die Nationalität über die sogenannte Wiedererlangung erhalten. Dies ist der Fall, wenn einer der direkten Vorfahren am 1. Januar 1900 Luxemburger war.
Die Zahl der regulären Einbürgerungen ist jedoch sehr gering bei nicht in Luxemburg Ansässigen. 2014 waren es nur vier, die eingebürgert wurden. Wohingegen die Wiedererlangung im selben Jahr rund 1781 Nicht-Ansässigen den Weg zum Luxemburger Pass ebnete.
Laut Statec war der Erwerb der luxemburgischen Staatsbürgerschaft in absoluten Zahlen bei Personen portugiesischer Nationalität am höchsten. Bei Nicht-Ansässigen waren es meist Belgier, die sich für eine Einbürgerung entschlossen, gefolgt von Franzosen, Italienern und Deutschen. Bei den Ansässigen sieht es etwas anders aus. Hier sind die Italiener auf Platz zwei und folgen gleich auf die Portugiesen.
Der Weg der "Wiedererlangung"


Der Luxemburger Pass wird meist von denjenigen Personen beantragt, die den Großteil der Zuwanderer im Land ausmachen oder aus den Nachbarländern stammen. Belgier und Franzosen haben oft direkte Vorfahren, die Luxemburger waren, so können sie häufig über den Weg der Wiedererlangung die Nationalität erhalten. Bei Deutschen, die eingebürgert werden, gibt es kaum welche, die nicht in Luxemburg leben. Hier beläuft sich die Zahl im Zeitraum 2009 bis 2010 auf rund 330 Einbürgerungen. Insgesamt sind drei von zehn Personen, die den Luxemburger Pass erhielten, im Großherzogtum geboren, hatten vorher aber eine andere Nationalität. Sie machen ein Drittel der zwischen 2009 und 2014 Eingebürgerten aus.
Bei Erhalt der luxemburgischen Staatsangehörigkeit waren laut Statec die meisten Ansässigen im Schnitt acht Jahre jünger als die Nicht-Ansässigen. Vor allem sind es junge Leute, die eine Einbürgerung in Betracht ziehen. Je älter die Personen sind, desto mehr sinkt die Zahl.
Fazit: Vor allem dank zahlreicher Einbürgerungen ist ein Aussterben der Luxemburger so bald nicht zu befürchten.
Die Autorin ist Mitarbeiterin des Luxemburger Tageblatts.

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