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Die Seilbahn wächst rasant

Die Seilbahn wächst rasant

Das luxemburgische Hauptstadtviertel Pfaffenthal wird mit dem Kirchberg und der Oberstadt verbunden - über eine Standseilbahn (der TV berichtete Ende 2015). Zurzeit wird bereits kräftig gebaut. Die Arbeiten für das ehrgeizige Projekt liegen im Zeitplan.

Luxemburg. In der Hauptstadt Luxemburg befindet sich neben der Roten Brücke zurzeit eine riesige Baustelle. Auf dem Areal soll ein Bahnhof entstehen - und ein weiterer 39 Meter weiter unten im Pfaffenthal. Beide Haltestellen sollen über eine etwa 200 Meter lange Standseilbahn miteinander verbunden werden. Wenn das Projekt fertiggestellt ist, soll die Seilbahn auf 67,5 Metern durch eine "tranchée ouverte" fahren. Der Rest der Strecke wird unterirdisch zurückgelegt. Von außen wird man aber nicht viel sehen können, weil das ganze Areal begrünt wird.
Das Projekt sei nur ein Teil des gesamten Mobilitätskonzeptes der im Großherzogtum für die Personenbeförderung zuständigen staatlichen Eisenbahngesellschaft CFL, erklärte CFL-Direktor Marc Wengler bei einer Visite auf der Baustelle. Er erinnerte daran, dass jährlich etwa 22,5 Millionen Menschen den Zug benutzen. Tendenz steigend. Deshalb werde massiv in neues Rollmaterial investiert.
Täglich werden knapp 70 000 Reisende im hauptstädtischen Hauptbahnhof gezählt. Durch die neue Zug-Haltestelle im Pfaffenthal (Rue Saint-Mathieu) werde dieser entlastet, weil nun ein Teil der Passagiere aus dem Norden direkt hier aussteigen kann, um den Kirchberg zu erreichen.
In den nächsten Jahren soll sich zudem die Zahl der Züge aus dem Norden von vier auf sechs pro Stunde erhöhen. Die Fahrzeiten der Standseilbahn würden an diesen Zug-Zeitplan angepasst, erklärte Henri Werdel, der für die Infrastruktur verantwortliche Direktor bei der CFL. Die Passagiere gelangen dann in etwas mehr als einer Minute vom Pfaffenthal auf den Kirchberg.
Binnen zehn Minuten könnten so in Spitzenzeiten bis zu 1200 Passagiere befördert werden, heißt es. In einem Wagen der Standseilbahn finden 168 Personen Platz. Insgesamt kommen zwei unabhängige Standseilbahnen zum Einsatz, mit jeweils zwei Wagen. Vor dem Ausgang der Pendelbahn auf dem Kirchberg wartet dann die Tram, um die Passagiere weiterzutransportieren. In der Hauptstadt erhoffe man sich, dass das neue innovative Transportmittel auch bei Touristen großen Anklang finden wird, sagte Werdel.
Der Autor ist Redakteur beim Luxemburger Tageblatt.
Extra

Die Seilbahn wächst rasant
Foto: (g_luxemb

Erdarbeiten: 85 000 m{+3} Erdaufschüttung: 28 000 m{+3} Volumen des verbauten Betons: 10 000 m{+3} Fläche der Betonmauern: 10 000 m{+2} Mauern in Naturstein: 1200 m{+2} Metallgerüst: 350 000 Tonnen tgbl