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Lexikon: Een mat Schnéi asäfen

Lexikon : Een mat Schnéi asäfen

Für alle, die sich in dieser Woche über den weißbeflockten Wintereinzug gewundert haben, sei gesagt, es war einfach nur Schnéi (Schnee). Und wenn man den luxemburgischen Wetterregeln glauben darf, dann gilt bei Schneefall:

Fällt den éischte Schnéi an den Dreck, dann as de Wanter e Geck.

Fällt der erste Schnee in den Dreck, dann wird es kein harter Winter (ist der Winter ein Narr).

Wann de Schnéi mat der Sonn ofgeet, da kënnt en erëm.

Schmilzt der Schnee in der Sonne, dann kommt er zurück.

Und manch einem Moselaner wird diese Regel nichts Gutes verheißen:

Héije Schnéi gët kleng Waasser, klenge Schnéi gët héich Waasser. 

Hoher Schnee ergibt Niedrigwasser, wenig Schnee ergibt Hochwasser.

Häufig klagen Kreislaufpatienten:

Hätte mir de Schnéi erof, da wir et gutt.

Bei angesagter Kälte: Wäre der Schnee gut runter, wäre es gut.

Oder: De Schnéi hänkt do an der Loft/an de Wollécken.

Der Schnee hängt in der Luft/in den Wolken.

Oder auch: Et gët Schnéi, ech spiren et.

Es kommt Schnee, ich spüre es.

Wichtig für die Kinder:

de Schnéi miessen

den Schnee messen, in den tiefen Schnee steigen

en Adler/e Männchen an de Schnéi maachen

ein Männchen/einen Engel in den Schnee machen

een/ee mat Schnéi asäfen

jemanden mit Schnee einseifen

Dazu passen dann auch folgende Begriffe:
Schnéiball/Schnéiklatz

Schneeball

Achtung: Ein Schnéiklatzeschësser ist ein Taugenichts.

Sabine Schwadorf

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