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Ein Abend unter Freunden - Sänger Andreas Bourani begeistert in Luxemburg als Künstler zum Anfassen - Saal tobt bei WM-Hit "Auf uns"

Ein Abend unter Freunden - Sänger Andreas Bourani begeistert in Luxemburg als Künstler zum Anfassen - Saal tobt bei WM-Hit "Auf uns"

Ein Bad in der Menge und ein Live-Telefonat mit einem Fan: Rund 1000 Menschen haben am Mittwochabend mit Deutschpop-Sänger Andreas Bourani im ausverkauften Luxemburger Atelier getanzt, gesungen und gefeiert. Dabei berührte er die Fans mit seiner fröhlichen Gelassenheit.

"Hallihallo!" Andreas Bourani steht auf der Bühne und führt ein Videotelefonat. Eine verschnupfte Mädchenstimme kommt aus dem Smartphone in seiner Hand: "Ich sollte eigentlich da sein, heute Abend, aber ich bin leider krank." Ein tausendstimmiges mitleidiges "Oooooohhhh!" tönt durch den ausverkauften Club Den Atelier. Bourani muss lachen. "Herzlich willkommen auf dem Konzert", sagt er zu dem Mädchen auf dem Handy-Bildschirm. Nach kurzem Geplauder verabschiedet er sich: "Ich wünsche dir gute Besserung. Und noch viel Spaß. Genieß es, so gut es geht."

Einen besseren Trost gibt es wohl kaum für jemanden, der das Konzert von Andreas Bourani verpasst. Das Publikum quittiert seinen einfühlsamen Auftritt mit tosendem Applaus. Und dann dürfen sich die Zuhörer live und das Mädchen zu Hause per Skype wieder von dem 31-jährigen Augsburger mit afrikanischen Wurzeln in andere Sphären entführen lassen. Spätestens als er mit seiner sanften kraftvollen Stimme seine Debüt-Single "Nur in meinem Kopf" anstimmt, gibt es kein Halten mehr. Die Menschen singen begeistert mit, wiegen sich zur Musik.

Nein, Andreas Bourani braucht keine Riesenshow, kein auffälliges Outfit. Er überzeugt mit seiner ruhigen authentischen Ausstrahlung und eben diesem leisen Humor, mit dem er den Abend immer wieder auflockert: "Kennt eigentlich auch jemand ein paar Songs vom ersten Album?", fragt er, bevor er "Eisberg" anstimmt, "Einer? Zwei? Immerhin!" Er lacht. Der schallende Fan-Chor, der ihn durch diesen Song trägt, widerlegt eindrucksvoll seine Vermutung, dass er erst seit seinem Hit zur Fußball-Weltmeisterschaft bekannt ist.

Nähe zum Publikum

"Mit der Zeit" scheint er nur für drei junge Frauen in der ersten Reihe zu singen, denen er sich gegenübersetzt. Es wirkt, als sei er in ein Gespräch mit ihnen vertieft. Immer wieder sucht Bourani völlig unaufgeregt die Nähe zu den Menschen im Saal, als hätte er sie zu einem Abend unter Freunden eingeladen. Vor Lied Nummer 14 setzt er sich ans Klavier. "Was habt ihr eigentlich letzten Sommer getrieben?", fragt er. "Fußball gespielt? Klar, jetzt spielt ihr alle Fußball. WM geguckt? Hab ich auch. Bier getrunken? Das ganze Jahr?" Er lacht. "Hat auch jemand geheiratet? Ja? Gut. Dann auf die Hochzeit!"

Und dann kommt er endlich, der Song auf den alle gewartet haben: "Ein Hoch auf uns". Die erste Strophe singt Bourani getragen, gefühlvoll. Dann springt er auf, rotes Licht flutet die Bühne, der Saal rockt, der Boden bebt. Bourani klettert über die Absperrung ins Publikum. Er bahnt sich einen Weg durch die Menge, aufgeregte Frauen schießen Selfies, ein Mann hält die Hand hoch, Bourani klatscht ab. Der 1,90 Meter große Sänger lässt noch einmal den Fußballweltmeister Deutschland hochleben. Und die Fans feiern mit.Extra: (Vor)band

Warum viel Geld in Livemusiker investieren, wenn man seiner Vorband auch einfach eine Freude machen kann? Der Münchener Songwriter Jacob Brass hat die Gelegenheit, sich ins Gedächtnis des Luxemburger Publikums zu spielen, gleich doppelt genutzt.

Zunächst holte er sich für seine poppige Mitsingnummer "Heaven in your heart" minutenlangen Applaus ab. Beim anschließenden Konzert überzeugte er mit seiner Akustikgitarre als fester Teil von Bouranis Band. Bereits im vergangem Jahr stand er im Vorprogramm des Augsburgers. Das Lied "Rodeo" hat es sogar in die Einspielmusik für Bouranis Konzerte geschafft. sek