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Ein neues Werk für Luxus-Reifen

Ein neues Werk für Luxus-Reifen

Amerikanischer Hersteller Goodyear-Dunlop investiert rund 64 Millionen Euro in Düdelingen.

Düdelingen/Wittlich Eine Forschungs- und Entwicklungsschmiede mit einem Recherche-Labor samt eigener Teststrecke gibt es in Colmar-Berg bereits. Nun will der US-amerikanische Reifenhersteller Goodyear-Dunlop noch mehr Geld in den Standort Luxemburg investieren und für rund 64 Millionen Euro im Großherzogtum ein neues Reifenwerk bauen.

Das Werk entsteht auf einem Gelände im Süden von Düdelingen und soll nach den in dieser Woche vorgestellten Plänen im Jahr 2019 eröffnet werden. 70 neue Vollzeitstellen sollen geschaffen werden. Angestrebt wird die Produktion von 500 000 Reifen im Jahr. Dabei soll das Werk hochautomatisiert arbeiten und vor allem Premium-Reifen in kleinen Stückzahlen herstellen - sowie Ersatzreifen auf Anfrage von Kunden. Das Produktionsverfahren nennt sich "Mercury" und umfasst selbstständig arbeitende Stationen.
"Mercury ist unsere Antwort auf die zunehmende Komplexität in der Reifenindustrie, in der die Zahl an Fahrzeugmodellen und Auswahlmöglichkeiten für die Verbraucher stark zunimmt", sagte Goodyear-Präsident Richard J. Kramer beim symbolischen Spatenstich Anfang der Woche. So würden die Geschwindigkeit und die Flexibilität in der Produktion erhöht, "so dass wir die wachsende Nachfrage nach kleinen Mengen schneller als je zuvor bedienen können."

Goodyear-Dunlop mit rund 65 000 Beschäftigten ist nach eigenen Angaben einer der weltweit größten Reifenhersteller. In Luxemburg zählt Goodyear mit seinen etwa 3400 Beschäftigten am Standort in Colmar-Berg zu den größten Arbeitgebern des Landes. Darüber hinaus gibt es eine weitere Produktionsstätte des Unternehmens in der Region, nämlich in Wittlich. Dort werden seit Jahresbeginn ausschließlich Reifen für LKW produziert. Nach der Einstellung der Autoreifen-Produktion nach 37 Jahren zum Jahresbeginn arbeiten noch rund 900 Mitarbeiter dort.
In ganz Deutschland hat Goodyear-Dunlop seine Mitarbeiter allerdings reduziert, den Standort Philippsburg sogar ganz aufgegeben. Dort reagieren sowohl die Gewerkschaften als auch der dortige Bürgermeister verärgert über die Luxemburger Pläne, berichten lokale Medien. Rund 1000 Mitarbeiter sind dort freigestellt, der Sozialplan greift. Die Beschäftigten werden ihre Jobs trotz heftigen Widerstands auf Dauer wohl verlieren.