En Ongléck kënnt selen eleng: Luxemburgisch-Lexikon zu kaum und selten.

Lexikon : En Ongléck kënnt selen eleng

Weitere Begriffe, die im Lëtzebuergeschen Häufigkeiten beziehungsweise in diesem Fall Seltenheiten ausdrücken, sind selen (selten) und kaum.

Selen, je nach Region wird auch sielen oder sälen benutzt und in den Städten auch immer häufiger in der Variante selten verwendet, bezeichnet natürlich etwas Rares.

Beispiele:

e selene Fall

ein seltener Fall

eng sele Kränkt

eine seltene Krankheit

Et as selen, datt een sech heihi verleeft.

Es kommt nicht oft vor, dass er hier vorbeikommt.

`T as him nach selen eppes feelgeschloen.

Ihm gelingt meist alles.

E geet selen eraus.

Er geht selten raus.

Et héiert ee selen eppes Gutts.

Man hört selten etwas Gutes.

Et gesäit een dech selen.

Man sieht dich selten.

Ech hu mech nach selen gëiirt.

Ich habe mich selten geirrt, ich habe immer recht.

En Ongléck kënnt selen eleng.

Ein Unglück kommt selten allein.

Hinzukommen die Substantive Selenhät/-heet (Seltenheit) und Rartéit/Raritéit/Raretéit (Rarität).

Etwa: Dat do as dach keng Rartéit.

Das da ist doch keine Seltenheit/Rarität (je nach Zusammenhang).

Das Adverb kaum lässt sich einerseits in der Grundbedeutung von mit Mühe oder schwer übersetzen, Beispiel:

En huet et kaum fäerdeg bruecht.

Er hat das nur mit Mühe geschafft.

Andererseits gibt es noch die Bedeutung wohl nicht, etwa:

Du wäerds dech kaum erënneren.

Du wirst dich wohl eher nicht erinnern können.

Darüberhinaus gibt es auch die zeitliche Option in der Bedeutung von eben oder gerade erst:

En hat et kaum gesot, du war et (och scho) geschitt.

Er hat es gerade eben gesagt, da war es auch schon geschehen.

Eine weitere spezifische luxemburgische Variante ist die Benutzung in Verbindung mit datt/dass in Sätzen wie:

Kaum datt ech d‘Kéier krut ...

Ich habe es gerade so geschafft, da ...

Sabine Schwadorf

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