Ende des Jahres gibt es mehr Geld

Ende des Jahres gibt es mehr Geld

Gute Nachricht für Luxemburgpendler: "Im letzten Trimester dieses Jahres wird eine Index-Tranche fällig." Das hat Luxemburgs Wirtschaftsminister Etienne Schneider am Donnerstag, getwit tert. In den Genuss der automatischen Gehalts- und Rentenerhöhung kommen auch Deutsche, die im Großherzogtum arbeiten oder gearbeitet haben.

Luxemburg. Die aktuell mehr als 30 000 Arbeitnehmer aus der Region Trier in Luxemburg sowie die ehemaligen Grenzgänger und Rentner werden sich freuen. Nach zwei Jahren ohne Erhöhung sagte Wirtschaftsminister Etienne Schneider (LSAP) am Donnerstag: "Die nächste Index-Tranche wird im dritten Trimester dieses Jahres ausgezahlt." Schneider bestätigte die Information laut Tageblatt einige Zeit später im sozialen Medium Twitter.
Entscheidung fällt am 5. August



Die zuständige Kommission dürfte bei ihrer nächster Zusammenkunft am 5. August festlegen, dass die Index-Tranche voraussichtlich im Oktober dieses Jahres ausgezahlt werde, sagte der Wirtschaftsminister. Dann werden die Löhne, Gehälter und Renten um 2,5 Prozent angehoben.
Bei der jüngsten Index-Erhöhung wurde auch der Mindestlohn angepasst. Zuletzt wurde er zu Jahresbeginn um 0,1 Prozent auf 11,12 Euro angehoben. Im Vergleich: In Deutschland liegt der Wert bei 8,50 Euro.
Anders als in Deutschland, wo die Tarifpartner, also Arbeitgeber und Arbeitnehmer, oft erst nach Arbeitskämpfen die Tarife für jede Branche separat aushandeln, ist im Großherzogtum Luxemburg das System der Index-Tranche entstanden, um Kaufkraftverluste durch die Inflation heraus anzugleichen. Zuständig hierfür ist die Sozialpartnerschaft Tripartite aus Regierung, Gewerkschaften und Arbeitgebern.
Bei der Ermittlung der Inflation spielen Benzin, Diesel und Heizöl eine wichtige Rolle. Die Energieträger sind jedoch in den vergangenen Monaten günstiger geworden. Demnach sind es die steigenden Preise der sogenannten "anderen Güter" und Dienstleistungen, die den Index nach oben getrieben haben. Der Ölpreis allein sei zu niedrig, um die Auszahlung einer Index-Tranche auszulösen, heißt es.
Der Index stand am 1. Januar bei 823,32 Punkten. Im Juni waren es 826 Punkte - der Index-Stand im Juli wird erst Anfang August bekanntgegeben. Die nächste Index-Tranche ist bei 831,84 Punkten fällig. Die Teuerung stieg in den vergangenen drei Monaten jeweils um gut zwei Punkte. Wenn sich dieser Trend unverändert fortsetzt, wird der Schwellenwert im Oktober erreicht.
Die Tranche kommt somit früher als noch Anfang des Jahres angenommen. Das statistische Amt Statec hatte die nun fällige Index-Tranche ursprünglich erst für 2016 beziehungsweise 2017 prognostiziert.
Zuletzt wurden die Gehälter im Oktober 2013 angehoben. Im vergangenen Jahr ist die automatische Lohnerhöhung ausgefallen, weil die Inflation nicht hoch genug war. tgbl

Extra

In Luxemburg, aber auch in Belgien, ist der Indexlohn eine gesetzlich vorgeschriebene Anpassung von Löhnen, Gehältern und Renten im Verhältnis zur Inflation. Dabei wird ein fester Warenkorb aus rund 254 Waren und mehr als 7312 Preisen als Grundlage für die Ermittlung der Steigerung der Lebenshaltungskosten festgelegt. Über eine Anhebung entscheidet die Sozialpartnerschaft Tripartite aus Regierung, Gewerkschaften und Arbeitgebern. Ist innerhalb eines Semesters der Verbraucherpreisindex im Durchschnitt um 2,5 Prozent gestiegen oder gefallen, werden Löhne, Gehälter und Renten, aber auch Azubigehälter, Mindestlohn und garantiertes Mindesteinkommen um 2,5 Prozent angepasst. red

Mehr von Volksfreund