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Erzieher, Lehrer und Sozialarbeiter haben in Luxemburg gute Arbeitschancen.

Arbeitsmarkt : Jobchancen für Pendler en masse

Nachfrage in sozialen Berufen hat sich innerhalb von sechs Jahren verdoppelt.

Wer in Luxemburg arbeiten möchte und eine Qualifikation in sozialen Berufen hat, dem stehen derzeit Tür und Tor offen. Denn die Nachfrage an Fachkräften im sozialen Sektor hat sich in den vergangenen sechs Jahren verdoppelt. Das ist das Ergebnis des Forschungsprojektes zum sozialen Arbeitsmarkt, das vom Praxisbüro der Universität Luxemburg seit 2014 in diesem Bereich erstellt wird.

„Die Bevölkerung Luxemburgs wächst, die Komplexität der Arbeit wird größer, die Berufsfelder werden immer professioneller organisiert – da ist Fachkräftemangel nicht verwunderlich“, sagt Petra Böwen, Dozentin und Studiendirektorin an der Universität Luxemburg. Aber auch aktuelle Entwicklungen wie der Zuzug von Flüchtlingen oder Gesetzesänderungen etwa in der Kinderbetreuung, im Schulbereich oder im Sozialhilfegesetz lassen die Nachfrage steigen: „Da gibt es einen riesigen Bedarf.“

Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 1877 Stellenangebote im sozialen Sektor Luxemburgs, 66 Prozent dieser Angebote waren von Beginn an unbefristet. 75 Prozent der Stellenangebote waren auf Französisch formuliert, 24 Prozent auf Luxemburgisch. Vier von fünf Angeboten nannten das Beherrschen aller drei Landessprachen als Bewerbungsvoraussetzung, 89 Prozent verlangten explizit Luxemburgisch.

„Die Sprachkompetenz hängt allerdings stark vom Praxisfeld und der Region ab. Je näher das Angebot zur deutschen Grenze liegt und je nachdem, mit welcher Klientel man arbeitet, desto eher ist Luxemburgisch wichtig. Allerdings sind Gesetzestexte und Verträge auf Französisch“, sagt Böwen. Auch werde Französisch umso wichtiger, je höher die Stelle angesiedelt und je mehr Führungsqualifkation vonnöten ist.

Besonders gefragt ist mit 43 Prozent aller Stellen das Fachabitur, gut ein Drittel der Stellen verlangen das Bachelor-Diplom, also Sozialarbeier, Erzieher, Lehrer und Sozialpädagogen. So machen die offenen Stellen für Hochschul- und Uniabsolventen fast die Hälfte aller gesuchten Fachkräfte aus. Masterabsolventen werden vor allem für Leistungs- und Direktionsposten oder Stellen in Ministerien  des Luxemburger Staates gesucht.

Schaut man sich die Sektoren an, so werden 59 Prozent aller Stellen im Bereich Kindheit, Jugend und Familie gesucht. Dabei ist die Kindertagesbetreuung am stärksten vertreten mit 622 offenen Stellen. Schulsozialarbeiter, pädagogische Fachkräfte für Gemeinden und die Grundschule sowie die stationäre Kinder- und Jugendhilfe sind ebenso gefragt. Darüberhinaus werden auch Fachkräfte im Sektor Benachteiligung und Chancengleichheit sowie Alter und Pflebedürftigkeit gesucht.