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Freude in Rheinland-Pfalz über Junckers Wahl zum EU-Chef

Freude in Rheinland-Pfalz über Junckers Wahl zum EU-Chef

Jean-Claude Juncker wird neuer EU-Kommissionspräsident. 422 der 751 Europaparlamentarier stimmten am Dienstag in Straßburg für den früheren Luxemburger Premier. Der 59-Jährige wird Nachfolger von José Manuel Barroso. Die rheinland-pfälzische Regierung und die Opposition im Land reagierten positiv auf Junckers Wahl.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer ist davon überzeugt, Jean-Claude Juncker werde "ein guter, kompetenter und starker Präsident sein". Er verfüge über das Geschick, mit den unterschiedlichen Interessen der Mitgliedstaaten umzugehen. "Wir haben einen guten Draht zu ihm. Dass er die Gegebenheiten und Strukturen in der Großregion und in Rheinland-Pfalz aus der Nähe kennt, ist hilfreich und ein Vorteil für uns", sagt Dreyer.

Oppositionsführerin Julia Klöckner freut sich über die Wahl Jean-Claude Junckers, den sie "als eine der Ersten vorgeschlagen" habe. Seine Kenntnisse des Landes Rheinland-Pfalz seien mit Sicherheit hilfreich, sagt die CDU-Chefin dem Volksfreund. Allerdings entbinde das die Landesregierung künftig nicht, noch stärker den Kontakt nach Brüssel zu suchen und "sich vor allem an Recht und Gesetz zu halten, denn daran ist auch Herr Juncker gebunden".

Die Trierer SPD-Europaexpertin Katarina Barley begrüßte die Wahl Junckers ebenfalls. Die Akzeptanz des EU-Parlaments in der Bevölkerung müsse sich verbessern, sagte die Bundestagsabgeordnete unserer Zeitung. Dafür sei Juncker der Richtige. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Juncker zur Wahl gratuliert: "Das ist ein gutes Zeichen für die Handlungsfähigkeit Europas."

ach Junckers Ansicht muss Europas Wirtschaft wieder wettbewerbsfähiger werden. "Wir sind zurückgefallen", sagte der konservative Luxemburger in seiner Bewerbungsrede vor der Abstimmung. "Europa braucht eine breitaufgestellte Reformagenda", betonte er. Nötig sei ein Neuanfang für die EU. Buhrufe gab es aus den Reihen euroskeptischer Briten, als Juncker sagte, dass der Euro "Europa, seine Wirtschaft, und seine Bürger schützt".