Gefährlicher Computervirus: Interpol konfisziert verseuchte Rechner in Luxemburg

Luxemburg · In Luxemburg, den Niederlande, den USA und Russland schlagen Ermittler zeitgleich zu. Es geht um Rechner die mit automatisierten Computerprogrammen infiziert sind. Weltweit sind 770.000 Computer davon betroffen.

Lange hatte Interpol ermittelt. AmDonnerstag, 9. April, schlugen Ermittler in Luxemburg, den Niederlande, den USA und Russland zu. Ihr Ziel waren Rechneranlagen. Sie sind mit dem sogenannte Simda botnet verseucht. Dabei handelt es sich um automatisierte Programme, die heimische Computer nach Passwörter und Kontonummern ausspähen.

Laut Interpol sollen weltweit 770.000 Computer mit dem Programm infiziert sein. Simda wurde bislang in mehr als 190 Ländern entdeckt. Alleine im Januar und Februar 2015 wurden 90.000 neue Infektionen gemeldet.

Zum Kampf gegen die Internetkriminalität und andere neue Bedrohungen hat die internationale Polizeiorganisation Interpol ein Forschungszentrum in Singapur eröffnet. Der "Interpol-Weltkomplex für Innovation" (IGCI) soll Kriminelle im Netz aufspüren, digitale Sicherheitslücken aufdecken und die Polizei weltweit im Umgang mit Cyber-Kriminalität schulen. Cybersicherheit ist eines der Hauptthemen beim Interpol-Weltkongress, der am Dienstag in Singapur beginnt.

"Die erhöhte Terrorbedrohung, einschließlich der radikalisierte Einzelpersonen, stellen ein großes Risiko für die Sicherheit jedes Landes dar", sagte Singapurs Innenminister Teo Chee Hean bei der Eröffnung, wie Fernsehsender ChannelNewsAsia berichtete. "Wir sehen auch engere Verbindungen zwischen organisierten Verbrechen und Terrorismus, weil kriminelle Banden Technologie und digitale Vernetzung ausnutzen, um global tätig zu werden."

In dem neuen Zentrum arbeiten mehr als 100 Beamte aus rund 50 Ländern. Es soll die Arbeit der Interpolzentrale in Lyon in Frankreich unterstützen.

Cyber-Angriff auf belgischen Zeitungsverlag

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