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Grenzgängerkolumne zum Thema Krankengeld.

Kolumne Grenzgänger : Krankengeld nachrechnen lohnt sich

Grenzänger erhalten im Krankheitsfalle nach Ablauf der Lohnfortzahlung Krankengeld von der Krankenkasse CNS. Bei der Höhe wird Bezug genommen auf den Bruttolohn. Das Krankengeld wird auf Kalenderbasis berechnet, je nachdem, ob der Monat 30 oder 31 Tage hat.

Gewöhnlich beträgt also das tägliche Krankengeld beispielsweise 1/30 des Bruttolohns.

In manchen Fällen kann der Betrag des Krankengeldes jedoch von der vorgenannten Regel abweichen und niedriger sein. Da es in Luxemburg keine einheitliche Proratisierungsregel gibt, kann es zu Gehaltsdifferenzen kommen, wenn sich die Arbeitsunfähigkeit nur über einen Teil des Monats erstreckt und somit das Gehalt teilweise von der CNS und vom Arbeitgeber gezahlt wird. In diesen Fällen sollten also die Grenzgänger achtgeben.

Sie haben die Möglichkeit, bei der CNS eine Nachberechnung des Krankengeldes zu beantragen, sodass zu niedrig errechnetes Krankengeld im Nachhinein korrigiert wird und eine Nachzahlung vom Krankengeld erfolgt.

Im Allgemeinen dürften diese Möglichkeit den Grenzgängern nicht bekannt sein. So gilt es also wieder, sich mit dem luxemburgischen Recht näher zu beschäftigen. Die Regeln sind den Luxemburger Residents eher geläufig und aus Luxemburger Sicht nicht erklärungsbedürftig. Diese Besonderheiten zeigen noch einmal mehr, dass sich Grenzgänger über das Recht in Luxemburg im eigenen Interesse informieren sollten.

Stephan Wonnebauer ist Vorstandsmitglied des Deutschen Anwaltvereins Luxemburg. Bei Fragen zum deutsch-luxemburgischen Recht können sich Grenzgänger an den Deutschen Anwaltverein Luxemburg wenden: kontakt@dav.lu