Wilde Tiere Eindeutiges Ergebnis: Das hat die Haar-Analyse eines mutmaßlichen Wolfs in Luxemburg ergeben

Troine, Luxemburg · Ein großes hundeähnliches Tier hat sich im Januar unter einem Stacheldrahtzaun im Westen Luxemburgs durchgezwängt. Die Haare, die dort hängen geblieben waren, hat ein Institut untersucht. Das Ergebnis der Untersuchung ist eindeutig.

Haar-Analyse eines vermeintlichen Wolfs in Luxemburg - Das Ergebnis
Foto: dpa/Swen Pförtner

Am Sonntag, den 22. Januar 2023, bemerkte eine Frau bei einem Spaziergang mit ihren drei Hunden im Raum Troine in Luxemburg in der Nähe der belgischen Grenze ein großes hundeartiges Tier. Das Tier war etwa 150 Meter entfernt und flüchtete in ein nahegelegenes Waldstück, wobei es sich unter einem Stacheldrahtzaun durchzwängte. Genau dort wurde später ein Haarbüschel gefunden, bei dem ein speziell auf Wolfsgeruch ausgebildeter Hund auf die Art und Weise anschlug, die ihm für die Detektion von Wolfsgeruch antrainiert worden war.

Die gefundenen Haare wurden in einem speziellen Institut untersucht. Die Resultate der Laboranalysen wurden der Naturverwaltung in Luxemburg jetzt mitgeteilt. Das Ergebnis: Das Tier, das im Raum Troine unterwegs war, war eindeutig ein Wolf. Die Populationsanalyse hat ergeben, dass es sich um einen Wolf aus der mitteleuropäischen Population handelt, deren Verbreitungsschwerpunkt sich von der Weichsel im Zentrum Polens bis nach Niedersachsen erstreckt. Tiere aus dieser Population sind auch bereits in Belgien, den Niederlanden und in Rheinland-Pfalz nachgewiesen worden.

Auch Wolf „Lulu“ (GW1608m), der 2020 bei Niederanven in Luxemburg nachgewiesen wurde, stammt aus dieser Population. Bei dem Wolf handelt es sich um ein Männchen. Die Analyse des Genotyps ergab, dass es sich um Wolf GW2488m handelt, der aus dem sogenannten Rehburger Rudel nahe Husum westlich von Hannover stammt. Dort war er am 9. September 2021 erstmals genetisch erfasst worden. Am 2. Juli 2022 wurde er nahe Drenthe in den Niederlanden nachgewiesen, danach seit November 2022 mehrmals in Belgien, darunter auch ein Nachweis nahe Sélange unweit der Grenze zu Luxemburg. GW2488m hält sich also seit einigen Monaten in der Grenzregion Belgien-Luxemburg auf.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort