Historiker entdecken bei Ausgrabungen in Luxemburg unbekannte Krypta

Historiker entdecken bei Ausgrabungen in Luxemburg unbekannte Krypta

Auf dem "Knuedler" in der Luxemburger Innenstadt wird derzeit der unterirdische Parplatz ausgebaut. Historiker sind vor Ort auf Spurensuche - und sind fündig geworden.

Foto: Tageblatt.lu/ Isabella Finzi

Auf dem "Knuedler", vor dem Eingang zum "Bierger-Center" wird seit Wochen gegraben. Wegen des Ausbaus des Parkhauses unter dem "Knuedler" nimmt das "Centre national de recherche archéologique" (CNRA) dort auch archäologische Ausgrabungen vor. Sie stießen auf einen interessanten Fund.

Ab dem 13. Jahrhundert besiedelten Franziskanermönche die heutige Place Guillaume II. Neben dem Kloster befanden sich hier zwei Kirchen sowie ein größerer Friedhof. Alte Quellen besagen, dass der mittlere Bereich der ersten Kirche im frühgotischen Stil erbaut wurde. Die untere Kirchenhälfte wurde wahrscheinlich zu einem späteren Zeitpunkt errichtet.

Im 17. Jahrhundert wurde eine zweite Kirche an gleicher Stelle gebaut. Immer wieder stießen die Archäologen bei ihren Ausgrabungen auf die ein oder andere Überraschung. "Bei diesen Ausgrabungen haben wir eine Krypta gefunden, die zur Kapelle aus dem 13. Jahrhundert gehört. Die Quellen sprechen jedoch nur von einer Krypta bei der Mannsfeldkapelle, die im 17. Jahrhundert errichtet wurde. Die Existenz dieser Krypta war bislang nicht bekannt", erklärte Christiane Bis, die Archäologin vom CNRA.

"Die wissenschaftliche Frage, die es in nächster Zukunft zu klären gilt, ist, ob die Franziskaner-Kapelle aus zwei oder drei Schiffen bestand", so die Archäologin. Zusätzlich wurden zwei weitere Gräber aus dem 17. Jahrhundert gefunden. Aus der älteren Kapelle konnten bemalte Steine geborgen werden, die mehrmals übermalt und mit Gold bemalt waren. "Die Goldfarbe zeugt vom Reichtum der Kapelle.

Die Ausgrabungsstelle wird mit einem modernen Verfahren erfasst und in 3D neu aufgezeichnet. Die Arbeiten am Parkhaus sind durch die archäologischen Arbeiten nicht in Verzug geraten.

Quelle: Tageblatt.lu