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Im Hüpfschritt durch die Abteistadt

Im Hüpfschritt durch die Abteistadt

Nach der Muttergottes-Oktave im Mai ist das zweitgrößte kirchliche Fest in Luxemburg die Echternacher Springprozession an Pfingstdienstag. Mehr als 10 000 Menschen werden erneut erwartet.

Echternach. Er ist - nach der Muttergottes - zum zweiten Landespatron geworden, der heilige Willibrord. Ihm zu Ehren steht Echternach am Pfingstdienstag, 10. Juni, kopf. Denn wenn mehr als 10 000 Pilger für Gottes Segen durch das Städtchen an der Sauer und zum Schluss durch die Basilika und Krypta zu einer polkaähnlichen Melodie springen, dann bezeugen sie nicht nur ihren Glauben. Die 5000-Einwohner-Stadt feiert auch eine Kirmes, die ihresgleichen sucht.
Rund 45 Pilgergruppen aus Deutschland, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden haben in den vergangenen Jahren an der Wallfahrt zum Grab Willibrords (658-739) teilgenommen, der als angelsächsischer Benediktinermönch die Abtei Echternach gegründet haben soll. Seit 2010 gehört die Pilgerreise gar zum Unesco-Weltkulturerbe und zu den immateriellen Kulturgütern der Menschheit.
Bis heute springen die Gläubigen in Fünfer-Reihen von einem Bein auf das andere vorwärts und seitwärts. Laut Überlieferung war es im 13. Jahrhundert eine Art Heiltanz, Ablasstanz oder Banntanz, mit dem die Pfarreien ihre Abgaben zur Abtei brachten. Die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1497.
Bereits am Pfingstmontag wird die Wallfahrt um 20 Uhr mit einer feierlichen Andacht durch den Erzbischof von Tours in der Basilika eröffnet. Am Pfingstdienstag treffen ab 5.15 Uhr die ersten Sternwallfahrer aus der Region ein. Nach einem Gottesdienst um 8 Uhr beginnt um 9.30 Uhr die Springprozession.
Im Bereich Alter Zoll Echternacherbrück/Echternach kommt es zu Verkehrsbehinderungen. Der Erzbischof von Luxemburg begrüßt die Pilger aus dem Raum Prüm/Waxweiler traditionell an der alten Zollbrücke. Zwischen 7 und 16 Uhr ist die Brücke ganz gesperrt. sas/red