In diesem Jahr wird ein Umsatz von mehr als 300 Millionen Euro angepeilt.

Luftfahrt : Luxair Tours sorgt für neue Höhenflüge 

Luxair Tours ist und bleibt der Wachstumstreiber im luxemburgischen Flugverkehrskonzern. Tendenz steigend. Im kommenden Jahr will der Reiseveranstalter erstmals mehr als 700 000 Reisende aus der Großregion in den Urlaub fliegen.

Allen Umweltbedenken und jeglichem Terror in Urlaubsgebieten zum Trotz: Die Menschen in der Großregion reisen. Und wenn sie ihre Koffer packen, dann tun sie das zunehmend mit dem luxemburgischen Reiseveranstalter Luxair Tours. Das zeichnet sich aus den vorläufigen Ergebnissen für das Jahr 2019 ab, die das Unternehmen am gestrigen Montag vorstellte. Endgültige Ergebnisse gibt die Unternehmensgruppe Luxair erst im Frühjahr bekannt, wenn der Aufsichtsrat die Zahlen gebilligt hat. Was jetzt schon klar ist:

Luxair Tours

Luxair Tours hat in diesem Jahr mit 635 000 Passagieren etwa sieben Prozent mehr Touristen in den Urlaub geflogen, rund die Hälfte von ihnen nach Spanien, vor allem auf die Kanaren und die Balearen. Danach folgen Italien, Griechenland, Tunesien, Ägypten und die Türkei. „Die Kunden fragen gezielt nach diesen Zielen“, sagt Luxair-Tours-Direktor Alberto Kunkel. Sicherheitsbedenken erteilt er eine Absage, schließlich gebe es einen Sicherheitsbeauftragten, der wöchentlich die Sicherheitslage aller sensiblen Flugziele bei den Behörden abfrage und grünes Licht gebe.

In diesem Jahr soll es noch mehr Luxair-Urlauber geben: Schon jetzt liegen die Buchungen für 2020 um 17 Prozent über denen zum Vorjahreszeitpunkt. „Insgesamt erwarten wir 2020 ein Steigerung der Kundenzahlen um acht Prozent.“ Damit würde der Reiseveranstalter erstmals in den 51 Jahren seines Bestehens mehr als 700 000 Urlauber auf Reisen schicken und einen Umsatz von mehr als 300 Millionen Euro erzielen.

Ohnehin ist der Reiseveranstalter der Gewinnbringer der Gruppe: „Was die Fluggesellschaft an Minus einfährt, können wir immer stärker ausgleichen“, sagt Kunkel. So sorgte Luxair Tours bereits 2018 dafür, dass sich das Ergebnis um 2,5 auf 9,7 Millionen Euro steigerte und damit der Gewinn der gesamten Gruppe, zu der auch die Dienstleister Luxair Cargo und Luxair Services gehören, von 9,5 auf 12,5 Millionen Euro gestiegen ist.

Branchenentwicklungen wie die Pleite des Reiseveranstalters Thomas Cook wertet Kunkel als Fluch und Segen zugleich. So gebe es zwar starke Buchungszuwächse aus Deutschland und Frankreich von Ex-Cook-Kunden, gleichzeitig müsse die Branche jedoch damit rechnen, dass die Versicherungen gegen Konkursausfälle durch solche aktuellen Fälle teurer würden.

Fluggesellschaft

Zusammen mit den Luxair Tours Passagieren hat die Fluggesellschaft in diesem Jahr rund zwei Millionen Fluggäste geflogen, insgesamt rechnet Airline-Direktor Laurent Jossart mit einem „kleinen Wachstum“ im kommenden Jahr.

Ein Wermutstropfen seien die gestiegenen Flughafengebühren (seit Ende Oktober). Statt 3,79 Euro pro Passagier sind nun 7,50 Euro fällig, also fast doppelt so viel. „Diese Gebühr versuchen wir über die Ticketpreise abzurechnen“, sagt Jossart, gibt allerdings zu, dass dies bei Kampf- und Marketingpreisen von 79 Euro für Hin- und Rückflug kaum machbar sei und zu Lasten des Unternehmens gehe. Dennoch bleiben die Gebühren am Findel eher gering im Vergleich etwa zu London City mit rund 30 Euro pro Passagier. Ohnehin werten die Manager diese Gebührenerhöhung als einen ersten Schritt in die Einführung einer Kerosin- oder CO2-Steuer in Luxemburg, die bei den meisten Parteien bereits diskutiert werden.

Die Top 3 der Flugziele der Fluggesellschaft sind London City, Paris Charles de Gaulle und Mailand zusammen mit München. Neue Ziele 2020 sind Nantes, Montpellier und Florenz, wobei bereits jetzt schon ein Drittel der Kapazitäten in der Florenz-Eröffnungsphase ab Ende März ausgebucht sind.

Fracht und Handling

Sorgenkind der Gruppe ist das Frachtgeschäft (Cargo). Nicht nur, dass auf dem selben Geschäftsfeld Cargolux als Konkurrent in Spezialtransporten wie Lebendtieren und Organspenden aktiv ist, weltweit sinkt das Frachtaufkommen wegen schwächelnder Weltkonjunktur und Wirtschaftskonflikten. Mit 880 000 Tonnen ist das Aufkommen um acht Prozent gesunken, 2020 rechnet Luxair Cargo bereits mit einem Minus von 4,6 Prozent.

Die drei Direktoren, zuständig für die verschiedenen Unternehmensteile der Luxair Gruppe: Laurent Jossart (Fluggesellschaft), Alberto Kunkel (Reiseveranstalter Luxair Tours) und Jean-Paul Gigleux (Fracht Handling und Abfertigung am Flughafen Findel). Foto: Sabine Schwadorf

Profit aus der Konkurrenz am Findel durch andere Airlines zieht Luxair Services. So hat der Dienstleister im vergangenen Jahr mit insgesamt 4,4 Millionen Passagieren insgesamt am Flughafen Luxemburg ein Plus von neun Prozent abgewickelt. Mit einem ähnlichen Plus rechnet Direktor Jean-Paul Gigleux auch im kommenden Jahr: „Mit mehr Flugzielen und neuen Gesellschaften am Findel steigt auch das Potenzial neuer Kunden“, sagt er und verweist auf die Übernahme von Aktivitäten etwa der skandinavischen SAS-Airline. Und so sei die Infrastruktur am Findel „unser natürliches Limit“.

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