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Jagd auf Steuersünder: Luxemburg lockert sein Bankgeheimnis

Jagd auf Steuersünder: Luxemburg lockert sein Bankgeheimnis

Spektakulärer Kurswechsel im Groherzogtum: Luxemburg will sein striktes Bankgeheimnis lockern. Wie Finanzminister Luc Frieden sagte, lehne das Großherzogtum einen automatischen internationalen Informationsaustausch „anders als früher“ nicht mehr strikt ab.

Nach den jüngsten Enthüllungen über Steueroasen weltweit zeichnen sich erste Konsequenzen ab: Luxemburg zeigte sich am Wochenende bereit, sein Bankgeheimnis zu lockern. "Wir wollen eine verstärkte Zusammenarbeit mit den ausländischen Steuerbehörden", kündigte Finanzminister Luc Frieden an. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat auf die Ankündigung Luxemburgs, sein Bankgeheimnis zu lockern, positiv reagiert. "Ich begrüße jeden Schritt hin zu einem automatisierten Informationsaustausch", sagte Schäuble dem Trierischen Volksfreund.

Der von Luxemburg in Aussicht gestellte Datenaustausch würde bedeuten, dass die dortigen Behören die Zinserträge ausländischer Anleger automatisch an deren jeweiliges Heimatland meldet. Damit könnten auch deutsche Steuerflüchtlinge in Bedrängnis geraten, die in Luxemburg ihr Geld vor dem Fiskus verstecken. Zurzeit müssen sie dort auf manche Erträge keine Steuern zahlen, auf andere 35 Prozent, bleiben aber anonym.

Finanzminister Frieden bestätigt, dass diese Entwicklung gewollt ist: "Luxemburg baut nicht auf Kunden, die Steuern sparen wollen." Er befürchte nicht, dass den luxemburgischen Banken die vom strengen Bankgeheimnis angelockten deutschen Kunden weglaufen. "Das war vielleicht vor 15 Jahren so", sagte der Finanzminister.

Deutsche Zollfahnder werden dieser Einschätzung wohl nicht zustimmen. Sie finden in der Grenzregion Luxemburg-Trier immer wieder große Bargeldsummen, deren Besitzer versuchen, sie unentdeckt nach Deutschland zu bringen.