Jazz, we can!

Funkelnde musikalische Edelsteine, Virtuosen am Piano und Stimmband-Giganten

Wenn über die Zukunftshoffnungen des Jazz geredet wird, fällt unweigerlich der Name Jason Moran. Der 35-jährige Amerikaner startete seine atemberaubende Karriere, als er in den Jahren 2003 und 2004 in diversen Kategorien vom Jazzmagazin Downbeat zum "besten Nachwuchskünstler" ausgerufen wurde. Seither setzt er mit seiner Gruppe Bandwagon unwiderstehliche Duftmarken. Eines seiner risikoreichsten Projekte war eine Auftragsarbeit im Jahr 2007: Er sollte sich mit dem berühmten Konzert "At Town Hall" von Thelonious Monk in Form einer Multimedia-Performance auseinandersetzen. Daraus entstand die Produktion "In my mind", mit der er seither erfolgreich die Welt bereist. Am 5. März gastiert er mit sieben hochkarätigen Instrumentalisten in der Philharmonie.
Ein starkes Konzert in der Kombination mit einer tollen Location: Diese Möglichkeit bietet sich am 18. April, wenn Lizz Wright in der Abtei Neumünster gastiert, unten im idyllischen Stadtteil Grund. Seit ihrem Debüt-Album im Jahr 2003 hat sich Lizz Wright als Songwriterin profiliert, die sich scheinbar mühelos zwischen Jazz und R&B bewegt und großen Vorbildern wie Nina Simone nacheifert. Auf der aktuellen Tour hat sie ihr vom Gospelgesang inspiriertes, preisgekröntes Album "Fellowship" im Gepäck.
Drei bärenstarke Künstler, jeder ein brillanter Solist, in einer gemeinsamen Formation: Das bietet Hiromi, the Trio Project am 24. April im Atelier. Da wäre zunächst Namensgeberin Hiromi Uehara, die 32-jährige japanische Pianistin, die in Jazz, Avantgarde und Rock gleichermaßen zu Hause ist. Sie misst sich mit zwei Giganten: Bassist Anthony Jackson, der schon für Chick Corea, Al di Meola, Quincy Jones oder Pat Metheny gezupft hat und seit 40 Jahren der Studio-Bassist schlechthin ist. Und Simon Phillips, Schlagzeuger bei Toto und Studio-Drummer für alles, was Rang und Namen hat von Mick Jagger über Peter Gabriel bis Mike Oldfield. Zu erwarten ist Fusion vom Leckersten.
Bleibt noch eine überaus reizvolle Wiederbegegnung mit zwei jungen Japanern, die ihre Karriere am Luxemburger Konservatorium begonnen haben: die Brüder Moriya und Keito Saitô. Beide studierten ab dem 15. Lebensjahr Klavier am Conservatoire, bis sie Ende der 90er nach Japan zurückkehrten und dort die Jazz-Szene aufmischten. Moriya gilt als Spezialist für Balladen, Keito hat sein Herz an den Boogie Woogie verloren. Als Duo Les Frères kehren sie nun zu ihren Wurzeln zurück - und haben es gleich bis in die Philharmonie geschafft. Termin: 21. Mai. DiL

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