L'essentiel: Giftige Gase legen Teile von Differdingen lahm - 46 Menschen betroffen

Differdingen · Auf dem Gelände von ArcelorMittal hat im luxemburgischen Differdingen ein Güterwagen für einen Großeinsatz gesorgt. Das berichtet L'essentiel. Das Areal sei abgesperrt, auch die Armee sei im Einsatz. Zwei Mitarbeiter wurden ins Krankenhaus gebracht.

L'essentiel: Giftige Gase legen Teile von Differdingen lahm - 46 Menschen betroffen
Foto: Polizei

Ausnahmezustand in Differdingen: Wie die Polizei berichtet, hat ein auf dem Werksgelände von ArcelorMittal abgestellter Güterwagen einen Großeinsatz verursacht. Aus dem Waggon treten offenbar giftige Gase aus. Zwei Arbeiter mussten wegen Hautirritationen und Atembeschwerden in ein Krankenhaus gebracht werden, sechs Arbeiter und Polizisten wurden vor Ort ambulant behandelt.

Auch ein Spezialteam der Luxemburger Armee war im Einsatz, die Bahnstrecke Esch-Petingen war gesperrt, die CFL hat den Betrieb aber wieder aufgenommen.

Das Innenministerium teilte am Mittag mit, dass die „Situation unter Kontrolle“ sei. Offenbar waren in dem Güterwagen Artilleriegranaten aus dem Ersten Weltkrieg, berichtet Wort.lu. Laut ArcelorMittal kommen die fraglichen Eisenbahnwagen von einer deutschen Recyclingfirma. Die luxemburgische Regierung hat die Police Grand-Ducale mit Ermittlungen beauftragt und auch die deutsche Polizei eingeschaltet.

Arbeiter, die mit dem Güterwagen in Kontakt kamen, müssen präventive Dekontaminierungsprozeduren über sich ergehen lassen, erklärt die Regierung in einer Pressemitteilung. Insgesamt sind 46 Personen betroffen. Es gab keine ernsthaften Verletzungen. Die Analyse der Güterwagen dauert an.

Aus den Waggons sollen keine giftigen Gase mehr austreten, die Ladung wird nun überprüft.

Ein Austreten von Radioaktivität konnte nicht festgestellt werden.

13.33

Die Regierung erklärt in einer Pressemitteilung, dass Kinder, die in ihren Schulen ausharren mussten, die Gebäude verlassen dürfen. Die Menschen in Differdingen dürfen auch die Fenster wieder öffnen. Die Analyse der Güterwagen dauere an.

13.08

Das Innenministerium hat auf einer Pressekonferenz Entwarnung gegeben: Offenbar treten in Differdingen keine giftigen Gase mehr aus.

12.55

Die Bahnstrecke Esch-Petingen soll wieder aktiviert werden. Die CFL weist darauf hin, dass es noch immer zu Verspätungen und Einschränkungen im Süden kommen kann.

12.50

Carlo Koepp, Direktor des Arcelor-Werks in Differdingen, erklärt, dass in den betreffenden Güterwagen „non-konforme Geschosse“ transportiert worden seien, die zu Vergiftungen bei Mitarbeitern geführt hätten. „Zwei Menschen haben sich schlecht gefühlt, sie wurden zur Krankenschwester und dann in ein Krankenhaus gebracht“, sagt Koepp.

Noch immer ist unklar, was genau in den Güterwagen ist. „Wir können das noch nicht sagen“, sagt Koepp. „Derzeit werden Analysen gemacht, um gefährliche Produkte zu identifizieren.“

Die Güterwagen seien am Donnerstag aus Deutschland angekommen.

12.30

Die Regierung hat eine Krisen-Hotline eingerichtet, über die sich die Menschen im Luxemburger Süden über die Ereignisse auf dem Arcelor-Gelände informieren können. Die Nummer lautet 8002 8080.

12.26

Laut Zeugenberichten halten sich Passanten in Differdingen die Nase zu. Zudem sollen verschiedene Teams damit begonnen haben, die Luftqualität in der Stadt zu messen.

12.09

Das Innenministerium erklärt, dass Minister an Kersch um 12.30 Uhr eine Pressekonferenz über die Ereignisse in Differdingen abhalten will.

11.47

ArcelorMittal erklärt in einer Pressemitteilung, dass 20 Menschen unter Quarantäne gestellt wurden. Sie werden vom Nationalen Gesundheitsdienst untersucht. Spezialisten untersuchen derzeit die fragliche Ladung.

11.41

Laut Polizei haben Arbeiter bereits um 8.30 Uhr über Haut- und Atemprobleme geklagt. Auch um 11.30 Uhr fahren noch Feuerwehr-Laster auf das Arcelor-Gelände.

11.34

Über dem Arcelor-Gelände kreisen Hubschrauber.

11.30

Der Eisenbahnwagen wird in einer Halle isoliert, berichtet die Polizei.

Als Vorsichtsmaßnahme werden die Bewohner in Differdingen, Niederkorn und Oberkorn aufgefordert, die Fenster geschlossen zu halten.

11.24

Entgegen erster Berichte handelt es sich offenbar nicht um eine Bombe, sondern um Waffenschrott, der in einem Güterwagen gelagert wurde.

11.05 Uhr

Auch die Bahnstrecke zwischen Petingen und Esch ist gesperrt.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort