Lexikon informiert: Die diesjährige Schobermesse in Luxemburg ist gestartet.

Lexikon : Wat eng Fréd!

Nun hat sie begonnen, die größte Kirmes des Großherzogtums, die Schobermesse, lëtzebuergesch Schueberfouer. Bis zum 11. September wartet die 679. Auflage mit Action, Spaß, Neuheiten und allerlei Leckereien auf.

Neu sind diesmal sechs Fahrgeschäfte, darunter auch die „Alpina Bahn“, die sonst auf dem Münchner Oktoberfest gastiert. 231 Aussteller haben den Zuschlag für die jahrhundertealte Messe erhalten, insgesamt 800 hatten sich um einen Stellplatz in diesem Jahr bemüht. 16 Attraktionen gibt es für die kleinsten Fouer-Besucher, 17 Schießstände, 57 Verkaufsbuden, 13 Restaurants, 28 Getränke- und Imbissstände sowie 17 Süßwarenhändler.

Dies ist auch ein Zeichen dafür, dass die Fouer einer der größten Plätze traditioneller Essensauswahl im Großherzogtum ist. Besonders passend in diesem Fall: de Blanne Jang, wörtlich Johann der Blinde. Hierbei handelt es sich einerseits um den Begründer der Schobermesse, der als Herrscher des damaligen Territoriums der Stadt im Jahr 1340 die Jahrmarktrechte verliehen hat und dem mit mehreren Märschen quer durch die Stadt auch jährlich gedankt wird.

Kulinarisch gesehen geht es um eine lecker Wurscht, mat guddem Kéis a deftegem Speck ronderëm, also eine leckere Wurst (auch als Wuuscht oder Worscht bezeichnet), mit guten Käse und deftigem Speck rundherum. Das Problem dieser Wurst: sie auf dem Grill so zu drehen, dass weder zu viel Käse ausläuft noch der Speck zu labberig wird oder gar verbrennt. Da sich ein Unternehmen die Bezeichnung Blanne Jang gesichert hat, findet man auch den Begriff Wippercher am Speckemantel mat Kéisfëllung.

Die klassische kulinarische Alternative: Fritten (Pommes frites) oder eng klassesch Lëtzebuerger Grillwurscht, früher auch als Thüringer oder Luxringer bezeichnet.

Weitere Alternative: d‘Mettwurscht, also eine Mettwurst. Auch hier das Problem für den Grillmeister: E Metti, so die Kurzbezeichnung des Klassikers, darf erst beim Verzehr aufplatzen. Hier noch einige weitere kulinarische Fouerklassiker: den Eisekuch, also Waffeln nach Luxemburger Art, Gromperekichelcher (Reibekuchen), Schappnougat (Scheibennougat) und Gebaackene Fesch (Backfisch). Letzterer ist für viele Luxemburger ein Muss: Es handelt sich dabei um einen in Bierhefe gebackenen Wittling, der mit Pommes frites, einem Bier oder einem trockenen Moselwein serviert wird.

Besonders attraktiv in diesem Jahr: Die Tram fährt während der Fouerzeit kostenlos, sie fährt dafür sogar länger und häufiger. Wat eng Fréd! (Was für ein Spaß!)

Sabine Schwadorf

Mehr aus dem Lëtzebuergeschen im Buch „Luxemburger Allerlei“ von Sabine Schwadorf, Verlag Michael Weyand, 14,80 Euro