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Lexikon: So feiern die Luxemburger das Winterende.

Lexikon : Mat vill Damp

Die Strohpuppe (Stréimännchen und in Schaltjahren wie diesem Stréifra) ist bereits am Aschermittwoch verbrannt worden, etwa in Remich an der Mosel, wo die alte Tradition noch fortgeführt wird.

Denn damit soll der Winter nach Luxemburger Sitte verbrannt und die Hochzeit des Karnevals beendet werden – zumindest fast. Als Symbol trägt die Strohfigur eine leere Flasche und einen Geldbeutel, die den Verdienstausfall während der Feierlichkeiten des Karnevals symbolisieren.

Doch damit nicht genug. Wie in vielen Dörfern der Eifel auch, so wird das Ende der kalten Jahreszeit an diesem Wochenende (29. Februar und 1. März) auch beim traditionellen Buergbrennen begangen, auf den Dörfern und gar noch in einigen hauptstädtischen Stadtteilen wie Cents, Beggen oder Cessingen. Nach einem heidnischen Brauch wird ein Kräiz (Kreuz) mit Stréi (Stroh) umwickelt und auf einer Anhöhe aufgestellt. Für den Bau der Buerg sind in vielen Orten die Feuerwehren (Pompjeën), die Pfadfinder (Lëtzebuerger Guiden a Scouten), Jugendgruppen (Club des jeunes), Bauern (Baueren) oder gar dafür eigens gegründete Vereine zuständig. Diese sammeln im Dorf Äste, alte Weihnachtsbäume oder sonstiges Brennmaterial. In Ostbelgien werden dafür gar Teile der jüngsten Karnevalswagen verbrannt.

Das Ereignis wird in mehreren Gemeinden des Landes gefeiert, die um das schönste Kreuz wetteifern. Das typisch luxemburgische Fest wird oft von einem Fackelzug begleitet. Am Ende wird dann der Scheiterhaufen angezündet. Selbst Erbgroßherzog Guillaume lässt es sich nicht nehmen, am Familiensitz in Colmar-Berg das Feuer zu entzünden.

Anders als man annehmen könnte, hat der Begriff Buerg jedoch nichts mit der Burg zu tun. Das Wort stammt vom lateinischen Verb comburo, was verbrennen heißt. Der Hintergund ist auch hier, dass der Winter vertrieben werden und die Wärme die Kälte besiegen soll. Und angeblich soll man das Wetter des kommenden Sommers vorhersagen können: Wéi den Damp op Buergsonndeg geet, esou geet en de ganze Virsummer. (So wie der Rauch an Buergsonntag zieht, so weht er den ganzen Vorsommer).

 Sabine Schwadorf

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