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Luxemburg​: Arbeitslose sollen Stripperin oder Escort werden - Arbeitsamt entschuldigt sich

Kurioses aus Luxemburg : Arbeitslose sollen sich als „Tänzerin, Stripperin und Escort“ bewerben – Arbeitsamt muss sich entschuldigen

Eine peinliche Angelegenheit für das Arbeitsamt ist nun zum politischen Thema geworden. Eine Tanzpädagogin wurde laut Tageblatt.lu bei der Arbeitssuche verpflichtet, sich auf eine Stelle als „Tänzerin, Stripperin und Escort“ zu bewerben. In den sozialen Medien machte die Frau ihrem Unmut Luft. Und sie war nicht die einzige. Was genau passiert ist und wie der Staat reagiert.

Wer in Luxemburg mit Unterstützung der ADEM (Arbeitsamt) eine Arbeit sucht und Arbeitslosengeld erhält, muss nachweisen, dass er auch aktiv Anstrengungen unternimmt, eine passende Arbeit zu finden. Um die Arbeitssuche zu erleichtern, kann das Arbeitsamt, sollte ihm eine passende Stelle von einem Unternehmen gemeldet werden, den Arbeitssuchenden eine Meldeaufforderung („carte d’assignation“) schicken. Auf diese müssen die Betroffenen dann reagieren und eine Bewerbung für die Stelle einschicken. Sonst drohen Konsequenzen, wie das Aussetzen des Arbeitslosengelds oder eine einstweilige (normalerweise zweimonatige) Aussetzung ihres Dossiers, wenn sie kein Arbeitslosengeld kassieren.

Tanzpädagogin soll sich als Tänzerin, Stripperin oder Escort bewerben

Aufregung gab es nun um eine Meldeaufforderung auf eine Stelle als „Tänzerin, Stripperin und Escort“ in einem Nachtclub in Ingeldorf. Eine Tanzpädagogin auf Arbeitssuche erhielt diese und regte sich auf Facebook über die Dreistigkeit des Arbeitsamts auf. Die beiden Abgeordneten von „déi gréng“ Dunja Bernard und Charles Margues stellten daraufhin eine parlamentarische Frage an Arbeitsminister Georges Engel, wie es zum Vorfall kommen konnte.

Aus der entsprechenden Antwort geht hervor, dass nicht nur eine, sondern zwei Frauen eine solche Meldeaufforderung erhalten hatten. Dabei handelt es sich allerdings nicht um einen normalen Vorgang. „Die interne Prozedur wurde in den vorliegenden Fällen nicht befolgt“, heißt es vom Arbeitsminister. Eigentlich müssen bei Stellenangeboten, die die Empfindsamkeit von potenziellen Kandidaten verletzen könnte, die Arbeitssuchenden von dem zuständigen Betreuer im Vorfeld kontaktiert werden. In diesem individuellen Gespräch soll dann geklärt werden, ob das Stellenangebot für sie auch infrage kommt, bevor eine Meldeaufforderung verschickt wird.

Das Arbeitsamt habe die beiden betroffenen Personen bereits kontaktiert und sich bei ihnen entschuldigt. Die beiden müssen der Meldeaufforderung nun nicht Folge leisten, und es drohen ihnen auch keinerlei Konsequenzen.

Arbeitsamt ist falsch vorgegangen und hat sich entschuldigt

Um eine Arbeitsstelle als „geeignet“ für einen Kandidaten einzustufen, befolgt die ADEM Kriterien, die in einem „règlement grand-ducal“ festgelegt sind. Dazu zählen unter anderem die Bezahlung, die professionelle Tauglichkeit, die Erfüllung der physischen und psychischen Voraussetzungen des Arbeitgebers, der tägliche Arbeitsweg, die familiäre Situation, die Arbeitsbedingungen und ein eventuelles Versprechen einer späteren Vollzeitübernahme.

Quelle: Tageblatt.lu