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Luxemburg: Auseinandersetzung mit Messern auf Fußballplatz endet tödlich

Streit eskaliert : Tödliche Auseinandersetzung bei Jugendfußballtraining in Luxemburg

Ein 25-jähriger Mann ist am Freitagnachmittag mit zwei Messern auf einen Fußballplatz in Esch/Alzette gelaufen. Dort trainierten gerade Kinder. Er wurde von Anwesenden überwältigt, einer davon stach dann mehrmals zu. Das ist der Stand laut Staatsanwaltschaft.

Wie die Luxemburger Staatsanwaltschaft mitteilte, hatte der Mann nach ersten Ermittlungen am Freitagabend vor 18 Uhr mehrere Spieler und Trainer auf einem Fußballplatz in Esch/Alzette verbal angegriffen und versucht, sie körperlich anzugreifen. Der Mann trug zwei Messer bei sich.

Mehreren Personen gelang es, den 25-jährigen Mann auf dem Spielfeld zu verfolgen und ihn festzuhalten. Zu diesem Zeitpunkt stellte er nach Mitteilung der Staatsanwaltschaft keine Gefahr mehr dar. Der mutmaßliche Angreifer hatte kurz zuvor auch seine Messer weggeworfen.

Den Ermittlungen zufolge nahm eine der Personen, die den Angreifer überwältigt hatten, eines der Messer an sich und versetzte dem ursprünglichen Angreifer mehrere Stiche und schlug ihn auch mit einem Stein. Der 25-Jährige wurde so schwer an Bein und Kopf verletzt, dass er im Krankenhaus notoperiert werden musste. Er starb jedoch in den frühen Morgenstunden.

Der mutmaßliche Täter, ein 22-jähriger Mann, wurde daraufhin von der Polizei festgenommen und am Samstag dem Untersuchungsrichter in Luxemburg vorgeführt. Im Anschluss an die Vernehmung wurde der Mann unter anderem wegen Mordes angeklagt. Der Untersuchungsrichter erließ Haftbefehl gegen ihn und er wurde in die Haftanstalt Sassenheim verlegt. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern noch an.

Laut Tageblatt in Luxemburg berichteten Augenzeugen, der 25-Jährige sei nicht aus dem Umfeld des Vereins. Den Angaben zufolge hatte die Auseinandersetzung bereits früher begonnen. Der Mann sei dann später mit den beiden Messern wieder zum Platz zurückgekehrt. Der Mann habe Kinder und Trainer bedroht. 26 Nachwuchsspieler sollen am Training teilgenommen haben. Als der 25-Jährige mit den beiden Messern kurz vor 18 Uhr wieder auf dem Spielfeld aufgetaucht war, seien die Kinder eiligst in die Kabinen geschickt worden. Ihnen sei am Sonntag vom CGDIS ein psychologischer Hilfsdienst angeboten worden.

Der mutmaßliche Täter sei ein Trainer des Vereins. Auch andere Beteiligte müssten sich verantworten. Darunter sind zwei Väter der Jugendspieler, die ebenfalls beim Training anwesend waren. Ihnen werde Mordversuch, schwere Körperverletzung und unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen. Das Tageblatt verweist außerdem auf heftige Diskussionen in den sozialen Medien, wonach ein Lager die Tat als kaltblütigen Mord im Affekt beurteile, das andere den mutmaßlichen Täter aber als Held feiere, der „26 Kinder gerettet hat.“