Luxemburg - Land der Verkehrsstaus

Luxemburg - Land der Verkehrsstaus

Stauland Luxemburg: Genau eineinhalb Tage des Jahres 2014 verplemperte der durchschnittliche Luxemburger im Stau. Das geht aus einer Studie des Verkehrsdienstes Inrix hervor.

Luxemburg. Dass Luxemburgs Autobahnen den Verkehr oft kaum mehr schaffen, ist bekannt. In seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage sagte der zuständige luxemburgische Verkehrsminister François Bausch: "In der Woche zwischen 6 und 10 Uhr in Richtung Hauptstadt sowie zwischen 16 und 19 Uhr in Richtung Landesgrenzen, sowie während der Wochenenden von Ferienbeginn und -ende (23 Wochenenden von den 52 pro Jahr), erreicht das Autobahnnetz einen Zustand von quasi permanenter Saturierung, besonders auf der A3 und der A6." Dazu passen die vom Verkehrsdienst Inrix veröffentlichten Zahlen. Inrix sammelt Daten über GPS und anonymisierte Mobiltelefone.
34 Stunden stand demnach der Luxemburger vergangenen Jahr durchschnittlich im Stau. Das sind zwei Stunden mehr als 2013.
Oder, wie das Luxemburger Tageblatt schlussfolgerte, "genau anderthalb Tage im Jahr, an denen man steht - obwohl man eigentlich vorankommen will".
Luxemburg "verbesserte" sich somit im Ranking der 13 erfassten europäischen Länder von Platz fünf auf Rang vier.
Das Unternehmen Inrix wiederum setzt seine Daten in Verbindung zur Wirtschaftsleistung und Arbeitslosigkeit in den betreffenden Ländern. Nach 2013 gab es demnach 2014 wieder einen Aufschwung in Deutschland, Irland der Schweiz und Luxemburg. In diesen Ländern nahm die Staubelastung 2014 entsprechend zu.
Viele Arbeitslose, wenige Staus


Die von Inrix angeführte Gegenprobe: 2014 war die Arbeitslosigkeit in Frankreich so hoch wie nie - und die Staubelastung ging im Schnitt um eine halbe Stunde pro Einwohner pro Jahr zurück. Die Liste der 13 europäischen Länder wird angeführt von Belgien, mit im Durchschnitt 51 im Stau verbrachten Stunden.
Wer besonders gerne im Stau steht, sollte indes nach London: die britische Metropole führt die Liste der am meisten verstopften Städte mit 96 Stunden pro Nase pro Jahr unangefochten an. Brüssel folgt mit 74 Stunden auf Platz zwei, Köln mit 65 Stunden auf Rang drei. Aus den wenigen Detaildaten zu Luxemburg geht hervor, dass auf der A3 und der A6 der Zeitverlust in Richtung Grenze (also im Feierabendverkehr) größer ist als morgens in Richtung Hauptstadt. tgbl

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