Luxemburg-Lexikon über die Begriffe Grimmel und Grëtz.

Lexikon : Keng Grimmel a keng Grëtz

Im Zusammenhang mit den Mengen- beziehungsweise in diesem Fall „Wenigkeitsbezeichnungen“ kommt man im Luxemburgischen nicht umhin, auch auf den Begriff der Grimmel hinzuweisen.

Üblicherweise geht es dabei um die Brocken und Krumen, die vom Brot abfallen. Etwa:

maach keng Grimmelen

krümel nicht herum

Grimmele sin och Brout.

Viele Krümel sind auch ein Brot.

Allerdings bezeichnet déi Grimmel auch eine Kleinigkeit und gar kleine Person. Beispiele für Redewendungen:

`T as nëmmen esou eng Grimmel.

Es ist nur eine kleine Person.

Esou eng häerzeg kleng Grimmel.

So ein liebes kleines Krümelchen. (Kosewort, das nicht nur zu Kindern gesagt wird)

D‘Schong sin eng Grimmel ze grouss.

Die Schuhe sind eine Kleinigkeit zu groß.

En as eng Grimmel lues.

Er ist etwas langsam beim Arbeiten oder auch Verstehen.

Da‘s däers Gudden eng Grimmel vill.

Das ist des Guten etwas zu viel.

En huet nach keng Grimmelche geschafft.

Er hat noch nichts gearbeitet.

Dajee, eng Grimmel méi lues.

Mach gefälligst etwas leiser/langsamer.

Pass op, soss maachen ech dech zu Grimmelen!

Wörtlich: Pass auf, sonst mache ich dich zu Krümeln!

Übertragen: Pass auf, sonst mache ich Dich platt!

keng Grimmel a keng Grëtz

Grëtz wird dabei nicht in der Bedeutung als gestampftes Getreidekorn verwendet, sondern in der Bedeutung Kleinigkeit.

Dies ist jedoch besonders negativ verwendet, etwa:

keng Grëtz

überhaupt nichts, nicht im geringsten

E schwätzt mer eng Grëtz ze séier.

Er redet etwas zu schnell.

Sabine Schwadorf

Mehr aus dem Lëtzebuergeschen im Buch „Luxemburger Allerlei“ von Sabine Schwadorf, Verlag Michael Weyand, 14,80 Euro