Luxemburg-Lexikon zu Frühlingsgefühlen.

Lexikon : Fréilenk an Gecksmount

Nun ist er da, der Lenz. Im Luxemburgischen bedeutet Lenz gleich vielerlei: einerseits Frühling, aber auch den Monat März und auch die Frühjahrseinsaat auf dem Feld durch die Bauern.

Dementsprechend gibt es zahlreiche landwirtschaftliche Bezeichnungen für Getreide mit „Lenz“, wie etwa Lenzfruucht oder Lenzfriichten für Sommergetreide oder Lenzmëscheler für Hafer und Gerste oder auch Lenzweess für Frühjahrsweizen.

Landläufiger ist inzwischen der Begriff Fréijoer für Frühjahr oder auch Fréilénk.

Beispiele für Redensarten:

E spiert d‘Fréijoer.

Er spürt das Frühjahr. Übertragen: Ihn sticht der Hafer.

D‘Fréijoer fréi eraus an den Hierscht fréi eran.

Bauernspruch fürs Vieh, das im Frühjahr auf die Weide und im Herbst wieder in den Stall kommt

Fréijoerzeg lautet das Adjektiv zu Frühjahr, also lenzlich.

Das Verb heißt fréijoerzen, analog also lenzen.

Benutzt man Fréiléng oder Fréilénk, heißt dies Frühling oder es bezeichnet den Monat April. Den April und nicht den Karnevalsmonat Februar nennt man auch schon mal Gecksmount, um damit den Bezug zum Aprilscherz zu Monatsbeginn herzustellen.

Sabine Schwadorf

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