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Luxemburg: Regierung prüft, ob Mosel Trinkwasser liefern kann

Studie : Luxemburger Regierung untersucht, ob die Mosel Trinkwasser liefern kann

Die Luxemburger Regierung untersucht momentan, ob es möglich ist, das Moselwasser als Trinkwasser zu nutzen. Erste Resultate sollen es schon in diesem Jahr geben.

Könnte Moselwasser in Zukunft aus den Luxemburger Wasserhähnen fließen? Die Regierung führt momentan eine Machbarkeitsstudie durch, die überprüfen soll, ob der Fluss für Trinkwasserzwecke genutzt werden könnte. Das schreibt Umweltministerin Joëlle Welfring („déi géng“) am Freitag als Antwort auf eine parlamentarische Frage der DP-Abgeordneten André Bauler und Gusty Graas. Geprüft werde die Aufbereitungstechnik und das Verteilungsnetzwerk – erste Resultate sollen Ende 2022 veröffentlicht werden.

Doch: Die Mosel schneidet bei der Wasserqualität eher schlecht ab. „Das ökologische Potenzial der Mosel wurde laut Bewertungskriterien der Wasserdirektive als unbefriedigend eingestuft“, schreibt Welfring. Die Wasserqualität habe sich in den letzten Jahren nicht verbessert – aber auch nicht verschlechtert. Trotzdem soll es theoretisch möglich sein, mit modernen Maschinen Trinkwasser aus der Mosel zu gewinnen. „Die laufenden Studien werden zeigen, wie diese Aufbereitung auszusehen hat, um eine gute Trinkwasserqualität garantieren zu können“, schreibt die Umweltministerin. Die Regierung habe im Wasserwirtschaftsplan für die Periode 2021 bis 2027 weitere Maßnahmen festgelegt, die für eine bessere Wasserqualität der Mosel sorgen sollen.

Die beiden DP-Politiker haben sich in der parlamentarischen Frage auch über die Risiken des Atomkraftwerkes Cattenom auf die Trinkwassergewinnung aus der Mosel informiert. Im Fall eines „schweren nuklearen Unfalls, der auch tiefgreifende Konsequenzen auf unser Land hätte“, bestehe tatsächlich ein Risiko. Doch: Um zu verhindern, dass Tritium in die Luxemburger Trinkwasserversorgung gelangt, müsse die Regierung Frühwarnsysteme installieren – so etwa Messstationen und Pufferweiher.