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Luxemburger bescheren der Region hohe Umsätze

Luxemburger bescheren der Region hohe Umsätze

Nun steht es Schwarz auf Weiß fest: Fast zwei Drittel der heimischen Betriebe machen Umsätze mit Luxemburger Kunden, jeder zwanzigste Betrieb sogar mehr als die Hälfte seines Umsatzes. Besonders erfreulich: Laut einer Umfrage der beiden Wirtschaftskammern wird das Geschäft mit den Nachbarn sogar noch zulegen.

Trier/Luxemburg. Seit elf Jahren gibt es ihn schon, den Tag der Luxemburger im Trierer Einzelhandel: Ein Tag, an dem heimische Geschäfte und Händler die Kunden aus der Nachbarschaft besonders umgarnen und sich ihren Bedürfnissen widmen. Denn die Luxemburger Kunden kommen gern zum Einkauf in die Region Trier, attestieren sie doch dem Handel hierzulande in Umfragen mehr Service, mehr Kundenfreundlichkeit und ein schöneres Umfeld aus Fußgängerzonen und Gastronomie als im Großherzogtum. Dies wissen viele Händler, Handwerker und Dienstleister zu nutzen.
Die Folge: Die regionale Wirtschaft boomt, fast zwei Drittel der Betriebe machen Umsätze mit Luxemburger Kunden. Das ergibt eine Umfrage unter mehr als 800 Unternehmen mit mehr als 30 000 Beschäftigten durch die Handwerkskammer (HWK) Trier und die Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier sowie die Initiative Region Trier (IRT).
"Die Luxemburger Kunden sind für unsere Wirtschaft sehr wichtig", sagt der IHK-Geschäftsführer für Standortpolitik, Matthias Schmitt. Da seien zum einen die Einkäufer, die laut Kammer für 250 Millionen Euro an Umsätzen im Jahr in der Region sorgen, aber auch die Luxemburger Kunden, die die Dienstleistung deutscher Handwerksbetriebe in Anspruch nähmen. "Der Luxemburger Markt ist für uns von größter Wichtigkeit", bestätigt auch HWK-Geschäftsführer Matthias Schwalbach, Abteilung Wirtschaftsförderung.
Frisörleistung, Bau, Einzelhandel


Die Luxemburger Kunden sicherten im Handwerk rund 6000 Arbeitsplätze und versorgten die regionale Wirtschaft mit rund 600 Millionen Euro an Umsätzen, schätzt er. Dazu gehörten sowohl Bautrupps für den Luxemburger Wohnungsmarkt als auch Frisörleistungen in Bitburg oder Konz. Was die Kammern nicht summieren oder abschätzen können, sind die Ausgaben der rund 30 000 Grenzgänger, "die in Luxemburg arbeiten und mit ihrem Gehalt aus Luxemburg bei uns viel einkaufen", sagt Matthias Schmitt.
Schaut man genauer in die Umfrage, erzielt über ein Viertel der Betriebe mehr als zehn Prozent des Umsatzes mit Luxemburgern; bei einem weiteren Drittel liegt der Umsatzanteil im einstelligen Prozentbereich.
Ein Siebtel der Unternehmen erzielt jedoch immerhin zehn bis 20 Prozent, ein Zehntel 20 bis 50 Prozent und ein knappes Zwanzigstel sogar mehr als die Hälfte seines Umsatzes mit Kunden aus dem Großherzogtum.
Dabei nimmt die Bedeutung der Geschäftskontakte mit Luxemburger Kunden ab, je weiter das Unternehmen vom Großherzogtum entfernt liegt. Im Eifelkreis Bitburg-Prüm, im Landkreis Trier-Saarburg und in der Stadt Trier erzielen zwischen zwei Viertel und zwei Drittel der Unternehmen Umsätze mit Luxemburger Kunden. Im Landkreis Bernkastel-Wittlich ist es die Hälfte aller Betriebe. Im Vulkaneifelkreis tätigen jedoch nur 40 Prozent der Betriebe Umsätze mit Kunden aus dem Großherzogtum.
Was erfreulich stimmt: In den vergangenen drei Jahren sind die Umsätze leicht gestiegen: Jeder fünfte Betrieb berichtet von steigenden, jedoch nur jeder zehnte von rückläufigen Umsätzen. Und es soll noch besser werden: 14 Prozent der regionalen Unternehmen erwarten steigende, nur acht Prozent sinkende Umsätze im Verlauf der kommenden drei Jahre.
Umso mehr wehren sich die Kammern gegen eine PKW-Maut für ausländische Fahrzeuge. "Wenn wir gute Beziehungen mit unseren ausländischen Nachbarn wollen, kann man keine Eintrittgebühr verlangen", kritisiert IHK-Geschäftsführer Schmitt. Der Aufwand stehe in keinem Verhältnis zum Ertrag für den Straßenbau."
Besonders wichtig sind die Luxemburger nämlich für den Einzelhandel, aber auch für die Betriebe des Bau- und Ausbaugewerbes und das Handwerk allgemein. Dort erzielen jeweils deutlich mehr als ein Drittel der befragten Betriebe über zehn Prozent ihres Umsatzes mit Kunden aus dem Ländchen. "Ohne die direkten und indirekten Umsätze durch unsere Luxemburger Kunden würde es bei uns in der Region wirtschaftlich so schlecht aussehen wie in Ostdeutschland an der polnischen Grenze, in Pirmasens oder Zweibrücken", ist HWK-Geschäftfsührer Schwalbach sicher. Sein Kollege Matthias Schmitt von der IHK ergänzt: "Luxemburger und Pendler ergeben einen wichtigen Nachfragebrocken. Sie sind eine wichtige Stütze unserer Wirtchaft."