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Luxemburger Ex-Geheimdienstchef Mille holt Ingenieure aus dem Irak

Luxemburger Ex-Geheimdienstchef Mille holt Ingenieure aus dem Irak

Unter der Leitung des früheren luxemburgischen Ex-Geheimdienstchefs und heutigen Sicherheitschefs bei Siemens, Marco Mille, sind heimlich 50 Siemens-Techniker aus dem Irak ausgeflogen worden.

Siemens hat im Rahmen des Vormarschs der Islamistengruppe Isis seine Mitarbeiter aus Baiji, nördlich von Bagdad herausgeholt. Wie Spiegel Online am Dienstag berichtet, waren die Siemens-Techniker, die an einem Kraftwerk nahe der Ortschaft Baiji arbeiteten, von islamistischen Rebellen eingekesselt worden. Die Techniker konnten sich allerdings in ein sicheres Versteck zurückziehen, heißt es.

Ein erster Versuch die Mitarbeiter mit einem Wagen aus der Gefahrenzone nach Bagdad zu holen scheiterte. Die Siemens-Techniker wurden schließlich von irakischen Militärhubschrauben aus der Gefahrenzone herausgeholt. Die Angestellten befinden sich zurzeit in Arbil im Norden des Irak und in Bagdad.

"Nichts verraten bitte"

Laut Spiegel Online habe das deutsche Auswärtige Amt mit der Sicherheitsabteilung des Unternehmens, die vom Luxemburger Marco Mille geführt wird, Ende letzter Woche an einer Lösung gearbeitet. Um die Sicherheit der Siemens-Techniker nicht zu gefährden, hatten die Behörden Spiegel Online gebeten, nicht über den Fall zu berichten.

Marco Mille, der heute als Sicherheitschef bei Siemens arbeitet, hatte den Dienst beim Luxemburger Geheimdienst im Jahr 2010 quittiert. Zuvor war sein illegaler Mitschnitt eines Gesprächs zwischen ihm und Premierminister Jean-Claude Juncker bekannt geworden. Obwohl es sich um eine illegale Aktion des SREL handelte, war damals kein Disziplinarverfahren gegen Mille eingeleitet worden. Mille leitete den Luxemburger Geheimdienst von 2003 bis 2010.