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Luxemburger Gesundheitsbehörde warnt vor gefälschtem Viagra ​

Gesundheit : Luxemburger Gesundheitsbehörde warnt vor gefälschtem Viagra

Bei mehr als der Hälfte der beschlagnahmten, illegal nach Luxemburg gelieferten Medikamente handelt es sich um Potenzmittel. Allerdings können die Präparate schlimme Nebenwirkungen haben.

Jedes Jahr werden Tausende Arzneimittel, die von Privatpersonen im Internet bestellt werden, illegal nach Luxemburg geliefert. Die meisten davon haben keine Zulassung in Europa oder es handelt sich um gefälschte Produkte. Und einige dieser Präparate können durchaus gefährlich für die Gesundheit sein. Alle beschlagnahmten Präparate wurden von dem nationalen Gesundheitslabor des Nachbarlandes untersucht.

So viel gefälschtes Viagra wurde in Luxemburg beschlagnahmt

Laut Mitteilung der Behörde wurden in den vergangenen fünf Jahren insgesamt 5570 Produkte vom Zoll beschlagnahmt. Mehr als die Hälfte davon seien Medikamente zur Behandlung von Erektionsstörungen vom Typ „Viagra“ gewesen. Das Labor konzentrierte sich bei seiner Untersuchung auf insgesamt 991 Medikamente, die den Wirkstoff Sildenafil enthielten. Dabei wurde analysiert, wie groß die Menge an Sildenafil in den Tabletten ist.

Bei dem Wirkstoff handelt es sich um PDE-5-Hemmer, die dazu führen, dass es einem Mann physisch leichter fällt, eine Erektion zu bekommen, indem sie den Blutfluss zu den Schwellkörpern im Penis erleichtern. In Deutschland sind Präparate mit Sildenafil verschreibungspflichtig, sie können also nicht einfach so gekauft werden. Eine Nebenwirkung von Sildenafil kann Herzinfarkt, plötzlicher Herztod, Schlaganfall sowie der Verschluss von Netzhautgefäßen sein. Ärzte raten daher dringend, vor Anwendung von Sildenafil die Gegenanzeigen zu beachten, wann das Präparat wegen Gesundheitsgefahren nicht genommen werden darf.

Die Gefahren durch die falschen Viagra-Pillen

Nach Angaben des luxemburgischen Gesundheitslabors enthielten im vergangenen Jahr rund eine von drei illegal nach Luxemburg gekommenen Viagra-Pillen nicht den in der EU geforderten Qualitätskriterien, entweder, weil der Sildenafil-Anteil nicht der Kennzeichnung entsprochen habe – was zu einer Über- oder Unterdosierung führen könne – oder weil Wirkstoffe nachgewiesen wurden, die auf dem Etikett oder der Verpackung nicht angegeben gewesen seien. „Nicht konforme oder gefälschte Arzneimittel können der Gesundheit schaden“, heißt es in der Mitteilung des Gesundheitslabors. Sie könnten unerwartete Nebenwirkungen verursachen und sogar zu einer erhöhten Sterblichkeit führen. Daher warnt die Behörde davor, auf illegalen Webseiten gefälschte und in der EU nicht zugelassene Arzneimittel einzukaufen. Der Online-Handel mit Medikamenten sei in Luxemburg nur für frei verkäufliche Medikamente und ausschließlich auf Internetseiten mit einem offiziellen Logo erlaubt, das den Käufern die Zulässigkeit des Anbieters garantiere.