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Luxemburger Museum zeigt tätowierte Schweine – Shitstorm tobt

Luxemburger Museum zeigt tätowierte Schweine – Shitstorm tobt

Tierfreunde rufen zum Boykott des Luxemburger Museums "Mudam" auf. Grund ist eine Ausstellung von Wim Delvoye. Der belgische Konzeptkünstler zeigt von ihm tätowierte Schweine.

„Alles ist Kunst“, erklärte einst der berühmte Kunst-Theoretiker Joseph Beuys. Eine Ansicht, die die Tierschutzorganisation „Give Us A Voice Lëtzebuerg“ nicht teilt. Sie empört sich auf ihrer Website über eine seit Juli und noch bis Januar im Mudam laufende Ausstellung des Belgiers Wim Delvoye anlässlich des zehnten Geburtstags des Museums. Der Konzeptkünstler zeigt unter anderem Schweine, die er auf seiner Farm hielt, zu ihren Lebzeiten unter Narkose tätowierte und nach ihrem natürlichen Tod ausstopfen ließ. Nach seiner eigenen Aussage will er damit auf provokante Art der heutigen Konsumgesellschaft den Spiegel vorhalten. Seinen tätowierten Tieren ergehe es besser als den meisten Schweinen, die ohne Betäubung kastriert, in Fabriken gemästet und dann zu Billigschnitzeln verarbeitet werden. Auf Nachfrage von L'essentiel schließt sich das „Musée d'Art Moderne Grand-Duc Jean“ dieser Argumentation an.

Doch diese wollen die Tierschützer nicht zählen lassen. „Es kann doch nicht sein, dass Tiere im Namen der Kunst misshandelt werden“, erklärt Daniel Frère, Vorsitzender des Vereins, gegenüber L'essentiel: „Auch wenn die Tiere betäubt werden… das sind Verbrennungen, die wochenlange Schmerzen nach sich ziehen - das ist Tierquälerei.“ Leider sei der Verein erst in der vergangenen Woche auf diese Ausstellung aufmerksam geworden, sonst hätte man dies schon vorher angekreidet. Am Freitag veröffentlichte „Give Us A Voice Lëtzebuerg“ einen Boykott-Aufruf der Ausstellung, seither tobt auf der Facebook-Seite des Mudam ein Shitstorm.

Bereits 1997 hatte Wim Delvoye damit begonnen, Schweine zu tätowieren. Doch weil er in Europa den Zorn von Tierschutzorganisationen auf sich zog, entschied er sich, nach China zu ziehen, wo die Regularien laxer sind. Dort eröffnete er in der Nähe von Peking seine „Art Farm“, auf der er laut Daily Mail rund 20 tätowierte Schweine hielt. 2006 beendete er das Kunstprojekt, seither wurde kein Schwein mehr tätowiert. Delvoye betont stets, gut für seine Tiere gesorgt zu haben. Er habe sie artgerecht gehalten und ihnen viel Auslauf gegeben. Dennoch sorgen die ausgestellten Schweine immer wieder für Proteste, so zum Beispiel in Nizza (2010) und Hamburg (2015) - und nun eben in Luxemburg.

Quelle: lessentiel.lu