Luxemburger Staat will Kirchen nicht mehr finanziell unterstützen - Diskussion auch in Deutschland - Bistum Trier erhält 16 Millionen Euro Landesgeld

Luxemburger Staat will Kirchen nicht mehr finanziell unterstützen - Diskussion auch in Deutschland - Bistum Trier erhält 16 Millionen Euro Landesgeld

In Luxemburg sollen Kirchen keine staatlichen Leistungen mehr bekommen. Die Regierung des Nachbarlands will Staat und Kirche trennen. Das beflügelt die Diskussion auch in Deutschland.

16,2 Millionen Euro: So viel Geld erhält das Bistum Trier von Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mit dem Geld werden Pfarrer, Weihbischöfe und der Bischof bezahlt. Die evangelische Kirche im Rheinland erhält aus Mainz rund 6,6 Millionen Euro. Insgesamt zahlt Rheinland-Pfalz jährlich rund 52,3 Millionen Euro an Religionsgemeinschaften und Kirchen. Zu viel, findet der Bund der Steuerzahler Rheinland-Pfalz und fordert die Abschaffung der Staatsleistungen.

Auch ohne diese würden die Religionsgemeinschaften nicht am Hungertuch nagen. Die Staatsleistungen gehen auf den Anfang des 19. Jahrhunderts zurück, als ein Großteil des kirchlichen Besitzes den Landesfürsten übereignet wurde. Dafür zahlen der Bund und Länder bis heute Entschädigungen, jährlich 450 Millionen Euro. Damit müsse endlich Schluss sein, sagt auch Kirsten Wiese von der kirchenkritischen Bürgerrechtsbewegung Humanistische Union. Diese fordert eine Gesetzesänderung, mit der die Trennung von Staat und Kirche vollzogen wird. Auch die Kirchensteuer, die durch die Finanzämter eingezogen wird, solle abgeschafft werden. "Die Kirchen sollen sich selbst finanzieren", sagt Wiese.

Genau dieser Punkt sorgt derzeit in Luxemburg für Diskussionen. Die seit fast einem Jahr regierende Koalition aus Liberalen, Sozialisten und Grünen will die jährlichen Staatsleistungen an die Kirchen und Religionsgemeinschaften von rund 57 Millionen Euro streichen. "Religion ist etwas Persönliches und soll nicht vom Staat finanziert werden", sagt Premierminister Xavier Bettel. Stattdessen solle es eine Art Mitgliedsbeitrag für Kirchen geben, Gläubige sollen freiwillig Kirchensteuer zahlen.

Die Pläne werden von deutschen Religionskritikern aufmerksam verfolgt: "Dass konfessions- und religionsfreie Menschen für die Gehälter der Bischöfe aufkommen müssen, ist inakzeptabel", sagt Florian Chefai, Vorsitzender der Bewegung Evolutionäre Humanisten Trier, die sich für eine Trennung von Kirche und Staat einsetzt.

Mitgliedsbeitrag für Kirchgänger

Mehr von Volksfreund