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Luxemburger Stausee vom Wassernetz getrennt - Regierung: Kein Wassernotstand

Luxemburger Stausee vom Wassernetz getrennt - Regierung: Kein Wassernotstand

Seit heute Mittag gibt es in Luxemburg bis auf weiteres kein Trinkwasser mehr aus dem Stausee bei Esch-sur-Sure. Das Pestizid Metazachlor, das ein Landwirt in Belgien Mitte September verloren hatte, hat sich schneller ausgebreitet als gedacht. Einen Wassernotstand gibt es in Luxemburg nach Regierungsangaben jedoch nicht.

Seit Freitag um 12.30 Uhr wird kein Wasser mehr aus dem Stausee bei Esch-sur-Sure in das Luxemburger Wasserversorgungsnetz eingespeist. Eine Vorsorgemaßnahme nach dem Pestizid-Unfall vom 17. September. Die Wolke mit Metazachlor werde an der Staumauer erwartet, so Umweltministerin Carole Dieschbourg am Freitag. Zwar seien zum jetzigen Zeitpunkt am Messpunkt "Mur de barrage" noch keine Spuren des Pestizids zu messen. Anhand der aktuellen Datenlage würden voraussichtlich erste Spuren des Pestizids in den kommenden Tagen an der Rohwasserentnahme nahe der Staumauer auftreten.

Dank der Ersatzlösung, Wasser aus Reservequellen der Sebes und zusätzliches Wasser aus den kommunalen Quellen, sei die Wasserversorgung garantiert, so Dieschbourg. "Das Wasser ist sauber und kann getrunken werden." Einen Wassernotstand gebe es nicht.

Parallel wird die Wasseraufbereitungsanlage der Sebes in Esch-Sauer in Betrieb gehalten und das aufbereitete Wasser wieder in die Sauer zurückgeleitet. Dies ermöglicht nach Angaben der Behörden, den Wirkungsgrad des Abbaus von Metazachlor in der Aufbereitungsanlage zu ermitteln.

Sorgen bereitet den Behörden hingegen die zunehmende Grundbelastung des Wassers mit Pestiziden und anderen Schadstoffen. Hier müssten schnell Maßnahmen ergriffen werden, so Dieschbourg. Unter anderem soll mit den Landwirten stärker kooperiert werden. Eine interministerielle Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit weiteren Maßnahmen. Ausgedehnt werden sollen die Wasserschutzzonen, intensiviert die Wasserproben.

Wer für die Verschmutzungskosten bezahlen soll, ist derzeit nicht klar. Der Sebes entstehen durch die Ersatzlösung 50.000 bis 100.000 Euro Zusatzkosten, so Dieschbourg. Dabei seien die verstärkt durchgeführten Analysen im Staatslaboratorium darin nicht berücksichtigt.

Die Tabelle mit den aktuellen Pestizidwerten wird auch übers Wochenende laufend auf dem neuesten Stand der Analyseergebnisse gehalten.

Mehr Informationen: www.sebes.lu