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Luxemburgisch-Lexikon: Redewendungen mit Maus.

Lexikon : Do geet keng Maus drun

Nachdem wir uns über die luxemburgische Redewendung ...

D’Mais hun em d‘Hoer ofgebass.

Die Mäuse haben ihm die Haare abgebissen.

... für einen schlechten Haarschnitt amüsiert haben, wollen wir weitere Redewendungen aus dem Luxemburgischen mit Maus/Meis (Maus/Mäuse) vorstellen.

Hie gesäit wäiss Mais.

Er sieht weiße Mäuse sagt man gern zu Menschen im Trinkwahn.

Wer dran kuckt ewéi eng Maus aus enger Mielbittchen, der schaut heraus wie eine Maus aus einer Mehlbütte, also froh und zufrieden.

Wer ein mäusesicheres Versteck hat, sagt:

Do geet keng Maus drun.

Et freet emol keng Maus no him.

Es fragt nicht einmal eine Maus nach ihm.

Übertragen: Er ist vergessen.

Wann d‘Kaz fort as, sin d‘Mais Meeschter.

Analog dazu im Deutschen: Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch.

Häufig wird der Begriff Maus im Luxemburgischen auch abfällig für kleine Menschen verwendet, etwa:

Mais si Mais.

Mäuse sind Mäuse

Wenn man verächtlich über eine schwache, kleine Person spricht. Oder:

Mais zille keng Elefanten.

Mäuse ziehen keine Elefanten groß.

Menschen kleiner Größe haben auch kleine Nachkommen.

Andererseits wird Maus allerdings auch zur Bezeichnung von kleinen Kindern benutzt, vor allem in der Verkleinerungsform Maischen oder Maisi.

Beispiel:

Déi zweebeeneg Mais woren un den Zocker.

Die zweibeinigen Mäuse waren am Zucker/an den Süßigkeiten.

Darüber hinaus gibt es natürlich weitere zusammengesetzte Begriffe mit Maus:

mausdout 

mausetot, etwa in  Sagen und Kindermärchen

Beispiel: An du hun se de béise Mann mausdout gemaacht.

Und da haben sie den Mann mausetot gemacht.

Mauséierchen kennt man auch in der Eifel als Mausohrsalat oder als Rapunzelsalat. Bei Maiséierchen handelt es sich um den Feldsalat.

Mausfal

Mausefalle

Mauslach 

Mäuseloch

Sabine Schwadorf

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