Luxemburgisch-Lexikon zu Redensarten mit "Hond"

Luxemburgisch-Lexikon : Bekannt ewéi e gréngen Hond

Spricht man über das Verhalten des Hundes, dann heißt es:

Den Hond billt

... bellt

... grommelt/knoutert

knurrt

...souert/jéimert

...winselt

Auch gibt es die Volksweisheit:

D‘Honn haulen, `t as eng Onrou an der Wier.

Die Hunde heulen, es ist eine Unruhe bemerkbar.

Den Hond melt.

Der Hund meldet einen Ankömmling.

Den Hond gët Laut.

Der Hund schlägt an.

Den Hond hacht.

Der Hund keucht mit aus dem Mund hängender Zunge.

...wéi e läfegen Hond

...wie ein läufiger Hund

bekannt ewéi e gefleckten/gréngen Hond

bekannt wie ein  bunter Hund, aber nicht unbedingt von der vorteilhaften Seite

Si verdroë sech wéi Hond a Kaz.

Wörtlich: Sie vertragen sich wie Hund und Katz.

Übertragen: Sie kommen nicht gut miteinander aus.

Auch folgende Redensarten werden in ihrer übertragenen Bedeutung gern verwendet:

En as drun ewéi den Hond an der Kar.

Bedeutung: Er ist sehr mit Arbeit überlastet.

Oder: E lieft ewéi e jongen Hond ouni Fléi.

Wörtlich: Er lebt wie ein junger Hund ohne Flöhe.

Übertragen: Er lebt unbesorgt und heiter.

Ebenso: Wéi en Hond, deen op d‘Kiirmes geet.

Wie ein Hund, der zur Kirmes geht.

In der Bedeutung von „sehr langer dauer“:

Et huet esou laang gedauert wéi d‘Honn sech zerbäissen.

Besonders originell zeigt sich diese Redensart:

Hien huet dem Hond den Dësch gedeckt.

Wörtlich: Er hat dem Hund den Tisch gedeckt.

Übertragen für: Der Hemdzipfel hängt zur Hose heraus.

Historisch gesehen hat man den Hund sogar missbraucht, um mit Redensarten wie diesen den deutschen Nachbarn zu beschimpfen.

`T fënt een éischter e gréngen Hond wéi en éierleche Preiss.

Wörtlich: Man findet eher einen grünen Hund als einen ehrlichen Deutschen (Preußen).

Sabine Schwadorf

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