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Mit dem November als Allerhellgemount hat auch die Zeit der Besinnung und Erinnerung begonnen - an die Verstorbenen, an historische Ereignisse und Kriege, an die eigene Vergänglichkeit. Und so widmen wir die kommenden zwei Wochen des Lexikons einmal dem Thema Tod, luxemburgisch Doud.

Interessant dabei: Man kann den Begriff sowohl mit dem Artikel "den" als auch "der" benutzen. Beispiel: Géint der Doud as kee Kraut gewuess. Gegen den Tod ist kein Kraut gewachsen. Übertragen: Dem Tod entkommt keiner, jeder muss einmal sterben. Oder: Ëmsoss as der Doud, mä deen kascht d\'Leit d\'Liewen. Umsonst ist der Tod, aber er kostet dich das Leben. Und so wie im Lëtzebuer-geschen häufiger sehr lautmalerisch und wenig zimperlich mit den Tücken des Lebens umgegangen wird, so tun es die Nachbarn zumindest sprachlich auch beim Thema Tod. Beispiele: Zënter as der Doud erfond as, as än des Liewes net méi sicher. Seit der Tod erfunden ist, ist man seines Lebens nicht mehr sicher. \'T kann net méi schlecht goen, ewéi no der Doud an d\'Häll. Es kann nicht schlechter gehen als nach dem Tod in er Hölle. Der Doud op der Zong hun. Dem Tode nahe sein. Dee Kärel as mäin Doud! Der Kerl ist noch mal mein Tod! Und schließlich ist der Begriff Doud in übertragener Bedeutung in den allgemeinen Sprachfluss als Redewendung einbezogen worden. \'T gät op Liewen an Doud. Es geht um Leben und Tod. En huet sech sein Doud eraus gefaart. Er hat den Tod heraus- gefordert. Sech zu Doud erféieren/ iergeren/schaffen/schummen Sich zu Tode erschrecken/ ärgern/arbeiten/schämen.